Handschellen klicken im Plauener Gerichtssaal

Dem arbeitslosen Mann (damals 31) wurde vorgeworfen, im vergangenen Jahr ein Mädchen (13 Jahre) im Verlauf eines beiderseitig zunächst einverständigen Treffens später in einem Gelände hinter dem Freibad Oelsnitz schwer sexuell missbraucht zu haben. Im Laufe der Verhandlung wurde das Geschehen vom Angeklagten und dem Opfer unterschiedlich beschrieben.

Das Mädchen und der Mann hätten sich über ein Internetportal für Schüler kennen gelernt, wurde von der Staatsanwaltschaft und der Nebenklägerin ausgeführt. Der Mann, der sich dort als "Nobody 31" ausgab", knüpfte hier Bekanntschaft mit der Schülerin, die sich bald sogar auf ein Treffen am Oelsnitzer Bahnhof einließ. Der 31-Jährige begab sich mit dem Mädchen von da mit einem Moped zum späteren Ort der mutmaßlichen Tat.

Dort soll sich der Mann dem Mädchen genähert haben, Küsse, Streicheln und laut Aussage des Mädchens gar Geschlechtsverkehr versucht haben. Der Angeklagte bestritt zunächst die Anschuldigungen, er habe lediglich das Gespräch mit der 13-Jährigen gesucht. Die Beweisaufnahme erfolgte, die Zeugenvernehmungen, auch die des Mädchens, ergaben für den Richter Wilhelm Gerhards, dass es zu sexuellen Handlungen gekommen sein musste. Zudem wurde durch eine gerichtsmedizinische Untersuchung beim Landeskriminalamt zweifelsfrei festgestellt, dass an der Unterwäsche des Mädchens Spuren vom Sperma des Mannes hafteten.

Im Schlusswort des Angeklagten gab dieser zu, dass eventuell eine Erregung derartige Spuren erzeugt haben könnten, ohne mit dem Mädchen aber Verkehr gehabt zu haben.

Die Staatsanwaltschaft führte in der Forderung nach einer deutlichen Haftstrafe aus, dass der Angeklagte sich zum Tatzeitpunkt in der Phase einer Bewährungsstrafe befunden habe, dass er sich als erwachsener Mann keinesfalls in einem Internetportal für Kinder und Jugendliche zu tummeln habe und er mit seiner Tat einer ganzen Biografie schweren Schaden zugefügt habe: Das Mädchen lebt derzeit in einem Heim, es weilte zuvor vier Monate in einer kinderpsychologischen Klinik, muss jetzt immer noch Psychopharmaka nehmen. Ihr Vater sagte während seiner Aussage im Gericht: "Das ganze Familienleben ist weg!"

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft kam zutage, dass Marcel G. noch immer aktiv im Schülerportal im Internet ist. Noch im Gerichtssaal klickten die Handschellen und vor der Urteilsverkündung, als die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen Marcel G. aus Oelsnitz wegen Wiederholungsgefahr beantragte.

Das Urteil von Richter Gerhards lautete am Montag im Amtsgericht: Zwei Jahre und zehn Monate. Die Verteidigung legte gegen den Haftbefehl Beschwerde und gegen das Urteil Berufung ein. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Das Landgericht wird sich weiter mit dem Fall befassen.