Hand in Hand mit Vogtlandmuseum

Flott unterwegs sind Vater und Sohn mit einer transportablen Wanderausstellung. Prima Resonanz findet auch die Museumspädagogische Werkstatt. Hand in Hand funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Erich-Ohser-Haus und Vogtlandmuseum.

Plauen - Erich Ohser, alias e.o.plauen, ist nicht nur im Stadtbild präsent, grüßt dort farbenfroh von Trafohäuschen, an Schaubildern und an Fußgängerampeln.

Als lebendiges Museum mit breit gefächerten Angeboten für kleine und große Leute gilt auch die Galerie e.o.plauen selbst. Dort herrscht reges Treiben. Aufschwung brachte nochmals die museumspädagogische Werkstatt, die im Februar 2017 eröffnet wurde im Gebäude des Vogtlandmuseums nebenan.

Den Plauener Stadträten war all das nicht unbekannt. Trotzdem war es im Kultur- und Sportausschuss eine prima Möglichkeit, von den Aktivitäten und Möglichkeiten der neuen Werkstatt aus berufenem Munde mehr zu erfahren.

So lobte Dr. Elke Schulze, die Leiterin der e.o.plauen Galerie, in ihren Ausführungen nicht nur die fortwährende Unterstützung seitens der Stadt Plauen, sondern auch die Vorzüge der neu geschaffenen Werkstatt und die inzwischen bestens funktionierende Zusammenarbeit mit Dr. Martin Salesch, dem Leiter des Vogtlandmuseums. Dank der neuen Werkstatt konnte Museumspädagogin Anke Kurzendörfer als erweitertes Angebot nun auch den Linolschnitt mit aufnehmen, freute sich Dr. Elke Schulze.

Informationen zu den interessanten Angeboten erhalten Kitas und Schulen auch über Flyer, herausgegeben von der e.o.plauen Stiftung. Altersspezifisch gestaffelt sind die Angebote, bei denen die jungen Besucher auch selbst aktiv werden können. Selbst Geschichten nachspielen oder zeichnen, modellieren, Bühnenbilder und Theaterstücke erarbeiten oder den Geschichten des berühmten Plauener Sohnes lauschen - vielerlei ist möglich. Natürlich gehört zu den Projekttagen für Schüler und Kitas immer auch eine Führung durch die aktuelle Erich Ohser Ausstellung und knüpft daran an.

"Die Nachfrage steigt stetig", versicherte Dr. Elke Schulze. So nahmen im vergangenen Jahr 2568 Personen unterschiedlichster Altersgruppen die Angebote wahr. Außerhalb des Erich-Ohser-Hauses arbeitete die Museumspädagogin mit 473 Kindern vor Ort in den jeweiligen Einrichtungen.

Eine ansprechend gestaltete transportable Ausstellung geht dabei jeweils mit auf Reisen. Auch auf die Bedürfnisse von Schülern mit besonderem Lernbedarf könne man prima eingehen. "Letztes Jahr besuchten Schüler aller Plauener Mittelschulen und Gymnasien unser Haus", zog Dr. Schulze Bilanz.

Doch auch aus Bayern und Thüringen melden sich Schülergruppen an. "Hier arbeiten wir eng mit der Jugendherberge ?Alte Feuerwache? zusammen. Auch 126 Pädagogen aus acht Schulen nutzten die Möglichkeit für Weiterbildung und wie das Werk Erich Ohsers fächerübergreifend in den Lehrplan eingebaut werden kann.

"Schulen, die einmal bei uns waren, kommen immer wieder", berichtete Dr. Elke Schulze und äußerte abschließend noch einen Wunsch. Der an die Werkstatt anschließende hinterer Raum werde vom Vogtlandmuseum "bespielt". Finden pädagogische Angebote zeitgleich statt, wäre wegen des Lärmpegels eine Art Schiebetür sinnvoll. Kulturbürgermeister Steffen Zenner nahm die Anregung mit.

Wie denn all die Angebote mit der Stundenzahl von Museumspädagogin Anke Kurzendörfer unter einen Hut zu bringen sind, wollten die Stadträte wissen. Gern würde sie der Pädagogin mehr Stunden genehmigen. Denn tatsächlich arbeite Anke Kurzendörfer nach dem Prinzip der Selbstausbeutung, bedauerte Dr. Schulze. Ein Hoffnungsschimmer war hierzu die Aussage von Steffen Zenner, eine Halbtagsstelle für museumspädagogische Arbeit komme ab Juli dazu.