Hammerbrücke: Holztransporter kracht an Wohnhaus

Ein Holztransporter ist am Mittwoch an ein Wohnhaus in Hammerbrücke gekracht. Die Polizei spricht von 50 000 Euro Schaden.

Muldenhammer/Hammerbrücke - "Dem Unglück konnte der Fahrer (33) nur tatenlos zusehen: Er war gerade dabei Langholz zu verladen und saß auf dem Kran am Heck des Transporters, als dieser gegen 10.15 Uhr plötzlich losrollte", heißt es im Polizeibericht. Auf seinem Weg riss der Lastwagen ein Carport und eine Sitzgruppe nieder und prallte schließlich gegen die Fassade des Vier-Familien-Hauses im Rißbrücker Weg 4. Die Bewohner kamen mit dem Schrecken davon. Nicht auszudenken, wenn Kinder vor dem Haus gespielt oder alte Leutchen auf den Bänken ein Schwätzchen gehalten hätten. Der Lkw-Fahrer musste ins Krankenhaus gebracht werden. "Er hatte wohl einen Schock, aber war ansprechbar, konnte sich erinnern und laufen", sagt ein Nachbar.

Wer - außer dem Fahrer - hat den Unfall gesehen? Eine kleine Umfrage des Vogtland-Anzeigers fand keine Zeugen, nicht einmal Ohrenzeugen des Aufpralls. Viele Einwohner des gesamten Rißbrücker Weges waren unterwegs, manche schliefen oder hatten im Haus zu tun. Das beschädigte Gebäude beherbergt vier Eigentumswohnungen und ist 1969 gebaut worden - von der damaligen Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG), einer Art Baumarkt. "Ich wohne seit Anfang an in dem Haus", sagt ein 69-jähriger. Er hatte in der Baubrigade der BHG gearbeitet, die später die Grundlage der Voba Hammerbrücke bildete, einem renommiertem Baubetrieb und vielen Arbeitskräften nach der Wende. Das Unternehmen gibt es heute nicht mehr. "Leider", sagt der Mann, der von 400 Arbeitskräften zu besten Voba-Zeiten spricht.

Zurück zum Unfall mit dem Laster, der ein ERZ-Kennzeichen trug und samt Anhänger voll beladen war mit Holzstämmen: Was hat das Unglück ausgelöst? Laut Polizei ist die Ursache noch unklar. Der Fahrer des Holzlasters hatte begonnen, seine Stämme zu entladen - am Sägewerk bei der Baufirma HV Bau am Rißbrücker Weg 3, kaum 50 Meter bergauf. Die eine Hälfte der Stämme war abgeladen, als sich Zugmaschine und Hänger selbstständig machten und bergab rollten. Die linke Seite des Fahrzeugs hat eine Bremsspur hinterlassen, die Polizei hat sie mit roter Farbe markiert. Hat nur eine Seite gebremst? Hat sich die Handbremse durch die ruckelnden Bewegungen beim Entladen gelöst? Haben die Stämme eine Fahrzeugseite stark belastet? Gab es einen technischen Defekt? "Es gibt viele Möglichkeiten", sagt Sägewerksbesitzer Thomas Voigtmann, der nach eigenen Worten von dem Unfall ebenfalls nichts mitbekommen hat.