Halter von Wotan muss ins Gefängnis

Der Halter von Bulldogge Wotan muss für 14 Monate hinter Gitter. Das Amtsgericht Plauen verurteilte ihn wegen schwerer fahrlässiger Körperverletzung.

Plauen - Steve W. habe den Hund am Neujahrstag mit seiner Tochter zusammen gelassen, obwohl er wusste, dass zuvor die Bulldogge schon zwei Mal ausgetickt ist. Einmal fügte der Hund dem Kind einen Kratzer im Gesicht zu, ein andermal schleuderte Wotan aggressiv einen Mops durch die Luft. Als Steve W. die Bulldogge am Neujahrstag bei seiner Ex-Freundin und Tochter Emma abgab, sei er unter Drogen gestanden - gab die Kindsmutter zu Protokoll. Wahrscheinlich sei, dass Wotan das veränderte Wesen seines Halters spürte und deshalb gegenüber dem Kind austickte, ihm in den Hinterkopf biss und Haut abfetzte, so das Gericht.

Dieses bezeichnete den Angeklagten als belehrungsresistent: Der arbeitslose Maurer, der noch als Security-Mann jobbt, hat schon unzählige Bewährungsstrafen, wegen Raub, Schwarzfahrens, Trunkenheit am Steuer, Drogenkonsum und -handel auf seiner Liste stehen. Immer wieder wurde er rückfällig. Unbelehrbar scheint er auch in Sachen Hundehaltung zu sein. Der Ex-Freund habe wieder einen großen Hund, sagt Emmas Mutter. "Seitdem erlaube ich keinen Umgang mit unserer Tochter."

Neben der Sache mit Wotan war Steve W. des mehrfachen Schwarzfahrens und Drogen-Geschichten angeklagt, die er allesamt gestand. Die Staatsanwältin forderte eine Gesamtstrafe von 14 Monaten Haft, ausgesetzt auf Bewährung, plus Arbeitsstunden und Geldstrafe, der Verteidiger wollte es bei einem Jahr Haft, umgewandelt in Bewährung, belassen. Richter Michael Rüsing sah eine Bewährung indes nicht mehr ausreichend, aufgrund der Vorstrafen und der Reuelosigkeit. cze