Halbmond-Brache schlummert weiter

Oelsnitz - Die Pläne der Stadt Oelsnitz für den Abbruch der Industriebrache Halbmond in der Elsteraue sind vorerst vom Tisch, sagte OB Mario Horn in einem Pressegespräch zum neuen Haushalt der Stadt.

Nach einem nichtöffentlichen Stadtratsbeschluss werden für 2013 keine Fördermittel für den Abriss beantragt. Wie Horn bereits bei früheren Gesprächen betont hatte, sei eine Förderung von rund 75 Prozent aus der Gemeinschaftsaufgabe Infrastruktur oder aus Efre-Mitteln möglich gewesen. Die Stadt hatte sich eine Förderung um die 90 Prozent gewünscht. Den Abbruch der Altindustrie-Fläche sieht der OB als Gesamtprojekt in Einheit mit dem Anschluss der C.-W.-Koch-Straße an die Brückenstraße und damit an die Oelsnitzer Ortsumgehung der B 92.

Dafür werde ein mittlerer siebenstelliger Euro-Betrag veranschlagt. Hauptargument bei der Rückstellung der Maßnahme ist der Eigenmittelanteil der Stadt, den sie bei knappen Kassen 2013 nicht stemmen kann. Beide Vorhaben - die Revitalisierung der Industriebrache und den Straßenanschluss bezeichnet Horn als Zukunftsmusik.

Zwei Interessenten, die sich für Gewerbeflächen im Halbmond-Gelände interessiert hatten - eine Voraussetzung, um an Fördermittel zur Verbesserung der Infrastruktur zu kommen - stehen inzwischen nicht mehr bereit, weil sie andere Lösungen im Stadtgebiet gefunden haben. Während der Brandserie auf dem Gelände im Vorjahr wurde immer wieder die Sicherheit in dem verschachtelten ruinösen Komplex diskutiert. Die Stadt hat alle Zugänge und den umlaufenden Zaun verschlossen. Ein Wachdienst ist im Einsatz.

"Völlig verhindern können wir es aber nicht, dass sich Chaoten oder Metalldiebe auf dem Gelände herumtreiben", erklärte der OB nach einem erneuten Einbruch im Februar, als ein Eindringling Metallträger aus der Halbmond herausschaffen wollte. Der Mann war durch einen Bürger beobachtet worden und wurde von der Polizei gestellt. Nur wenige Meter von der Alt-Substanz der Halbmond, die sich in städtischem Besitz befindet, produziert die moderne Anlage der Halbmond-Teppichwerke mit rund 200 Mitarbeitern. R.W.