Häuser in Oelsnitz mit Nazi-Parolen beschmiert

"Alles für Deutschland" ist noch der harmloseste Spruch - gesprayt auf die Bautafel an der Rosa-Luxemburg-Straße. Durch die Innenstadt von Oelsnitz ziehen sich an den Hausfassaden rechtsradikale Losungen.

Oelsnitz - "BRD=Volkstod", "NS jetzt" oder "Frei, sozial, national". Am Einkaufsmarkt in der Grabenstraße/Lutherstraße, der Wand mit den meisten Schmierereien, wird die Sprache deutlicher. Hakenkreuze und SS-Runen begleiten Sprüche wie "Wir kriegen euch alle". Der Duktus der schwarzen Schrift, mal in Versalien, mal in Groß- und Kleinschreibung ist - mit einer Ausnahme am Einkaufsmarkt - überall der gleiche. "Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen", teilt die Polizeidirektion Südwestsachsen in einer Presseinformation mit.

Unbekannte haben mehrere Häuser im Stadtgebiet mit den rechtsradikalen Parolen beschmiert. Ein Anwohner der Lutherstraße hatte kurz nach vier Uhr drei Jugendliche bemerkt und die Polizei verständigt, welche nach der Aufnahme der Anzeige noch weitere Tatorte entdeckte. Betroffen sind nach Polizeiangabe die Adolf-Damaschke-Straße, Karl-Liebknecht-Straße, Feldstraße, Marktplatz, Rosa-Luxemburg-Straße, Dr.-Friedrichs-Straße, Gerichts- und Marktstraße.

Die Mitarbeiter der Commerzbank standen Montagmorgen vor der Hetzschrift an ihrer Fassade in der unteren Rosa-Luxemburg-Straße. Cornelia Birkner, die Leiterin der Jugendarbeit in Oelsnitz, ist von den Vorkommnissen überrascht. "Jahrelang hat sich die rechte Szene in Oelsnitz zurückgehalten", hat sie festgestellt. Aktuelle Entwicklungen in diese Richtung sind den Mitarbeitern an den Treffs bis jetzt nicht zu Ohren gekommen. "Da muss man dran bleiben", meint Frau Birkner. OB Mario Horn war Dienstagnachmittag nicht zu erreichen. va

Hinweise erbeten

Der Staatsschutz bittet um Hinweise zu den rechtsradikalen Straftaten unter der Telefon-Nummer 0375/428 4480.