Händler werden zu Papiertigern

Plauen Seit Jahresbeginn gleichen sich auch in den Geschäften Plauens und des Vogtlandes die Bilder: Verkäufer und Kunde tauschen nach dem Einkauf einen gegenseitig mitleidigen Blick nach der Frage, ob der Kunde den Kassenbon mitnehmen möchte. Bereits vor Wochen sorgte die sogenannte Bonpflicht für Diskussion. Vor allem kleinere Geschäfte wie Bäcker, Fleischer oder auch Floristen und Friseure fürchten, im Papierwust nahezu im Wortsinne zu ersticken. Eingeführt wurde das neue Kassengesetz, so die offizielle Begründung, um Steuerbetrug zu verhindern. Rein theoretisch dürfen die Belege auch digital, also per Mail oder aufs Handy, ausgestellt werden. Da den Verkäufern aber in der Regel die Technik dafür fehlt, läuft das Prozedere am Ende doch auf einen Papierbon hinaus. Bäcker mit mehreren Filialen rechnen zudem mit Mehrkosten von bis zu 1000 Euro jährlich für den Kauf von Bonrollen. Fakt ist: Der Verkäufer muss den Bon ausstellen und dem Kunden zur Verfügung stellen Der wiederum muss ihn aber weder mitnehmen und schon gar nicht aufheben. top