Händel vom Klappstuhl aus

Zum dritten Mal binnen drei Jahren hat ein besonderer Event zahlreiche Besucher erfreut: Die Mondscheinserenade an der Bahnhofstraße in Höhe des Wohngebietstreffs Quartier 30. Aus der Idee des Vereins Wohn- und Lebensräume und des Plauener Theaters ist ein kleiner kultureller Höhepunkt geworden.

Von Frank Blenz

Plauen - Rundum zufrieden zeigten sich die vielen Gäste des Open-Air-Events, die der Mondscheinsonate gelauscht, einen Sekt, ein Glas Bowle, ein Bier dazu genossen hatten und sich auf die besondere Atmosphäre eingelassen hatten. Die Bahnhofstraße war für einen Abend zu einem kostenlosen Freiluft-Klassik-Konzertsaal umgestaltet worden, extra dafür wurde der Straßenbahnbetrieb ein- und zahlreiche Sitzbänke aufgestellt. Die sanierten Neubauten gegenüber dem Capitol dienten als Bühne, die Balkone als Auftrittsfläche für die Musiker. Kraftvoll und gleichermaßen romantisch, ertönte am Samstag ab 20 Uhr das Werk "Vereinter Völker Stimm‘ erschallt" von Georg Friedrich Händel - dessen Ode an den Geburtstag der Queen Anne, ein Friedenswerk, dargeboten vom Philharmonischen Orchester, Solisten und Opernchor des Theaters Plauen-Zwickau. Das Theater eröffnete mit diesem Konzert zugleich die neue Spielzeit. Vladimir Yaskorski 1. Kapellmeister dirigierte zum dritten Mal an diesem besonderen Ort. "Es ist wunderbar, spannend, für mich sehr interessant. Vor allem, dass es eine offene Szene ist und doch durch die Häuser geschützt und der Klang so ein sehr feiner ist ", bemerkte Yasorski, der seine Kollegen souverän führte und motivierte. Die waren sichtlich erfreut und in gewisser Weise entspannt, ob der Mischung aus klassischer Musik, städtischer Kulisse, des Zusammenkommens von Menschen vieler Generationen. Ein Spektakel, das den etwas sperrigen Namen Innenstadtbelebung umsetzte.
"Unsere Mondscheinserenade ist unser Beitrag, die Bahnhofstraße zu beleben, die ja in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik stand, dass hier zu wenig los sei. Mit unserem Präsenz und und mit solchen Aktionen wollen wir gewissermaßen gegensteuern,sagte Manuela Buchta, eine der Vereinsvorsitzenden. Drei Dutzend engagierte Helfer aus dem Verein setzten die Idee um, sie sorgten auch für das leibliche Wohl, bestehend aus Häppchen, Würstchen, Soljanka, Getränken. "Wir haben auch Sitzkissen zum Verkauf angeboten", sagte Julia Wolfram, eine der Mitorganisatoren. "Es hat alles gut geklappt, ich bin zufrieden", resümierte Vereinsmitarbeiterin Dagmar Hiemer, nach dem viel zu schnell wieder zu Ende gegangenen Konzert.