Guter Ton nur ohne Musik

Erstmals geht zum Auerbacher Töpfermarkt der Ton (Keramik) keine Symbiose mit dem Ton (Jazzmusik) ein. Besucher nutzen trotzdem die willkommene Abwechslung in einem an Kultur armem Jahr 2020.

Von Sybille Güntzel-Lingner

Die Töpferinnung hat Corona getrotzt und ihren Töpfermarkt in diesem Jahr doch noch abgehalten. Nicht, wie üblicherweise im August auf dem Auerbacher Altmarkt, sondern im Oktober an der Schloss-Arena. "Das ist ein historisches Fest. Wir sind es unseren Händlern und der Kundschaft schuldig, den beliebten Markt auch in Corona-Zeiten wieder stattfinden zu lassen", so Reinhard Kahle vom Gewerbeverein "Wir in Auerbach". Zusammen mit dem Seniorchef Helmut Forner von der gleichnamigen Töpferei hat er den Markt organisiert. Und so fanden am Wochenende etwa 40 Töpfer- und Keramikwerkstätten aus nah und fern den Weg nach Auerbach.


Aus allen Gegenden kamen die Besucher herbei, die meisten von ihnen waren Stammkunden, die gezielt nach ihren Wünschen Ausschau hielten. Gerne nahmen sie die Warteschlange am Einlass in Kauf, wo gezählt und registriert wurde. Maximal sind für den Platz 550 Personen zugelassen. Trotz guten Besuches wurde keiner zurückgeschickt. Das Angebot an Ton-und Keramikwaren war wie immer sehr vielfältig. Neben Gebrauchsgeschirr in verschiedenen Formen und Farben gab es Figürliches und Tierisches, Vasen, Schmuck und allerlei originelles für Wohnung, Haus und Garten. Die Keramikwerkstatt Jens Schmeißer aus Kretzschau wartete mit einem wasserspeienden Frosch und anderem Getier für den Garten auf. Lichtobjekte und Pflanzgefäße, auch schon für winterliche Gestecke waren bei Fischer Keramik aus Zobes erhältlich.

An den Winter hat auch schon Töpfermeister Knut Forner gedacht. Er hat große tönerne Schneemänner, die nicht schmelzen mitgebracht. Bei ihm war auch mit Mohnblumen und Margariten bemaltes Geschirr zu haben. Diese Kunst hat er von seiner Mutter Gisela Forner übernommen. Vater Helmut Forner hat die Werkstatt vor einiger Zeit seinem Sohn Knut übergeben. Der hat die väterliche Werkstatt im Auerbacher Ortsteil Schnarrtanne aufgegeben und ist in erzgebirgische Brand-Erbisdorf gezogen wo er neben einer Werkstatt auch ein Geschäft betreibt. Am weitesten war Arpad Tackács aus dem ungarischen Szeged mit Ocarinas, kleinen Musikinstrumenten aus Terracotta und glasiertem Ton, angereist. Mit dabei waren regionale Töpfer, wie die Rodewischer Werkstatt von Simone und Lutz Janoud und die Töpferei Annegret Wolf aus Wildenau. "Auf ein Kulturangebot mussten wir wegen Corona verzichten", so Reinhard Kahle. Fürs leibliche Wohl wurden Getränke und Softeis angeboten.