Guter Tag für Preißelpöhl

Pünktlich zu Schuljahresbeginn wurde am Freitag der Anbau des Lessing-Gymnasiums während einer Feierstunde übergeben.

Von Ingo Eckardt

Plauen Böse Zungen behaupten ja, dass Lehrer morgens immer Recht und nachmittags immer frei haben - und dazu jede Menge Ferien. Insofern mag es böswillige Zeitgenossen verwundert haben, dass es einen Schultermin am letzten Ferientag gab. Aber es war ein schöner Termin am gestrigen Freitag und neben einigen Lehrern waren auch Eltern- und sogar Schülervertreter in den Anbau des Lessing-Gymnasiums gekommen, dazu Landtagsmitglied Frank Heidan, OB Ralf Oberdorfer und weitere Vertreter der Stadtverwaltung. Bevor am Montag der Betrieb offiziell auch in den acht neuen Klassenräumen und den acht Vorbereitungszimmern startet, hatte Schulleiter Frank-Maik Richter zu einem kleinen Festakt eingeladen. Nach seiner Begrüßung warf der Direktor einen Blick auf die vergangenen 27 Jahre der Entwicklung des Gymnasiums. Er erinnerte an die Jahre in denen man auf dem Weg zu einer sechszügigen Schule war, wie man mit einer Außenstelle in der einstigen Allende-Schule leben musste. "Erst mit der Einrichtung des Albert-Einstein-Gymnasiums entspannte sich die Situation. Doch nach 2002 ereilte uns alle der Geburtenknick. Die Außenstelle blieb bis zum Schuljahr 2014/15 erhalten und wir haben die Räume hier im Haupthaus für unsere Schulentwicklung genutzt - schließlich gibt es ja immer auch Vorgaben, welche Räumlichkeiten ein Gymnasium vorhalten muss", erläuterte Richter. Acht neue Klassen- und acht Vorbereitungsräume seien im Anbau entstanden, der zur Heimstatt vor allem für die Schüler der Orientierungsstufe, also der Klassen 5 und 6, werden soll. Die Ausstattung ist modern - mit Beamer und Whiteboard, Internet und Dokumentenkamera. Dennoch habe man auch die gute alte Schreibtafel in den Zimmern installiert.
Im neuen Schuljahr seien es 687 Schüler die im altehrwürdigen Gebäude mit dem neuen Anbau lernen werden. "Das widerspiegelt - bei allem Wissen um geänderte Zugangsvoraussetzungen und die Tatsache der Integration von Migranten in unser Schulleben - die Akzeptanz unseres Gymnasiums. Hier wurde ein für die Straße und unsere Bildungseinrichtung ein prägendes Gebäude geschaffen", freute sich Richter, der die reibungslose Zusammenarbeit mit den Planern und Baufirmen lobte. Einen riesigen Dank schickte Richter auch an seine engsten Mitstreiter in der Bauphase - Sekretärin Bärbel Scherf und Hausmeister Thomas Beuthner. Ob Ralf Oberdorfer sprach von einem guten Tag für die Schule im Preißelpöhl und die Stadt Plauen. Er erinnerte sich daran, dass man ursprünglich einen Anbau entlang der Schlachthofstraße ins Auge gefasst hatte. "Dann ist Bernd Müller von der Bauplanung mit der Idee gekommen, den Anbau kompakt ins Schulgebäude einzugliedern. Das war ein guter Vorschlag und so entstand das Projekt. 2,6 Millionen Euro hat der Anbau gekostet, 800.000 Euro davon hat die Stadt Plauen beigesteuert. 1,8 Millionen Euro wurden über das Programm ‚Brücken in die Zukunft‘ gefördert", so das Stadtoberhaupt. Am barrierefreien, behindertengerechten Anbau seien rund dreißig Firmen - bis auf wenige Ausnahmen alle aus dem Vogtland - beteiligt gewesen, die Axel Markert von der Gebäude- und Anlagenverwaltung hervorragend koordiniert habe.