Guter Rat ist teuer für Kita-Anbau in Syrau

Die Gemeinde Rosenbach will retten, was zu retten ist in Sachen Kita-Anbau in Syrau. Doch guter Rat ist teuer.

Rosenbach/Syrau - Nach der Ernüchterung über den Stopp des Anbaus an die Syrauer Kita ist jetzt das große Aufräumen angesagt. Architekt Günter Hempel, der das Projekt seit Beginn betreut, setzt sich den massiven persönlichen Angriffen in seiner Abwesenheit zur Gemeinderatssitzung Rosenbachs zur Wehr.

Vorwurf war, er habe die Kosten für die Maßnahme zu gering eingesetzt und die Gemeinde nicht rechtzeitig über die Kostenveränderungen des Vorhabens informiert: "Die von mir 2010 ermittelten 708 000 Euro lagen um 160 000 Euro über dem vorher in der Gemeinde gehandelten Angebot von 2010, als Syrau noch selbstständig war und das als zu gering verworfen wurde. In meinen mit der Gemeinde Rosenbach im Juni 2013 abgeschlossenen Verträgen sind keine neuen Zahlen enthalten. Ich bin auch von der Gemeinde nicht aufgefordert worden, die Werte zu aktualisieren. Das wohl auch deshalb, weil der Gemeinde bereits zu diesem Zeitpunkt klar war, dass die Fördermittelsumme von 425 880 Euro das Ende der Fahnenstange ist und Mehrkosten in jedem Fall durch Eigenmittel zu begleichen sind."

Dies bestätigt auch Bürgermeister Achim Schulz auf Anfrage unserer Zeitung. Beide Seiten sind nach eigenen Angaben von moderaten Kostenanpassungen ausgegangen und wurden von der Höhe der Steigerungen durch die Gebote für die ersten beiden Lose überrascht. So sei das günstigste Gebot für den Rohbau statt für die im Plan angesetzten 180 000 Euro mit 322 000 Euro abgegeben worden. Auf die Gesamtmaßnahme hochgerechnet, ist von Mehrkosten von einer halben Million Euro auszugehen, die von Rosenbach aufzubringen wären - aber nicht vorhanden sind.

Streitfrage ist nun, ob der Architekt verpflichtet war, die Werte anzupassen, ohne dazu von der Gemeinde einen Auftrag zu erhalten. Offen ist aber auch, ob Rosenbach ihm nicht einen solchen Kosten verursachenden Auftrag hätte erteilen müssen, weil die Zahlen aus dem Jahr 2010 stammten. Wichtig ist jetzt, dass die Arbeitsgruppe Bauhof des Gemeinderates, die sich heute erstmals mit dem Thema beschäftigen wird, schnellstens gangbare Vorschläge für mögliche Lösungen einbringt.

Architekt Hempel favorisiert das Abspecken des Projektes um mehrere Räume, um die Bausumme zu minimieren. Schulz hingegen sieht darin keine Lösung: "Trotz der damit verbundenen Minderung von vielleicht 200 000 oder 300 000 Euro, bliebe ein nicht abdeckbarer Eigenmittelanteil. Ich sehe bei einer möglichen Übertragung der Fördermittel auf die Erfüllung von Auflagen in der ehemaligen Schule, in der sich der Hort befindet, eine realisierbare Lösung für die nächsten Jahre. Die Möglichkeit der Übertragung auf ein noch zu projektierendes Vorhaben am Hortstandort Mehltheuer halte ich nicht für realistisch, weil dort ähnlich hohe Beträge entstehen würden und die Fördermittel bis Ende August 2014 zu verbrauchen sind."