Günther sieht FDP in Existenzkrise

FDP-Generalsekretär Christian Lindner trat am Mittwoch überraschend zurück, nach exakt zwei Jahren im Amt. Der Sprecher der ostdeutschen FDP-Landesgruppe im Bundestag, Joachim Günther, sieht seine Partei nach dem Rücktritt in einer Existenzkrise.

Plauen/Berlin - Sieben Monate nach dem Führungswechsel blickt die FDP erneut in den Abgrund. Generalsekretär Christian Lindner trat am Mittwoch überraschend zurück, nach exakt zwei Jahren im Amt. Der Schritt stürzt die Freidemokraten, die seit Monaten im Umfragetief stecken, in eine Führungskrise. FDP-Politiker in Bund und Ländern reagierten geschockt.

FDP-Chef Philipp Rösler versuchte dennoch, Optimismus zu verbreiten. Schon am Abend stellte er Patrick Döring als neuen Generalsekretär der Liberalen vor. Der 38-jährige ist Schatzmeister und stellvertretender FDP-Fraktionsvorsitzender. Am Freitag wird der Ausgang des Euro-Mitgliederentscheids bekanntgegeben. Rösler appellierte an die 65 000 Mitglieder "mit dem notwendigen Mut und Zuversicht in das Jahr 2012 hineinzugehen".

Gründe für seinen Rückzug nannte Lindner nicht. Er sagte lediglich: "Es gibt den Moment, in dem man seinen Platz freimachen muss, um eine neue Dynamik zu ermöglichen. Die Ereignisse der letzten Tage und Wochen haben mich in dieser Einschätzung bestärkt."

Der vogtländische FDP-Bundestagsabgeordnete Günther sieht seine Partei nach dem Rücktritt von Lindner in einer Existenzkrise. "Es geht um das Überleben der Partei und nicht um die Eitelkeit einzelner Personen", sagte er. Günther kritisierte das Verhalten Lindners beim Euro-Mitgliederentscheid. Es sei "nicht akzeptabel" gewesen, dass er den vermeintlichen Ausgang des Mitgliederentscheids schon vor dessen Beendigung kommentiert habe. va