Grundschule Reusa: Einzug nach Herbstferien

Plauen - "Dass so eine Situation eintritt, war am Anfang der Bauzeit nicht absehbar", sagten Axel Markert von der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) der Stadt Plauen sowie Architekt Wolfgang Kühn, bei einem Vorort-Termin an der Grundschule Reusa am Dienstag.

Geplant sei die Sanierung und der Neubau der Turnhalle in einem Zuge gewesen. Deshalb wurden das alte Hortgebäude und der Verbindungsbau weggerissen. Die Fördermittelzusage für die Schule sei im Sommer 2009 erteilt worden, die Absage für den Turnhallenneubau im Januar 2010. Als ein Gesamtprojekt ist alles entworfen, beim Ministerium eingereicht und geprüft worden. Die Stadt hat aufgrund fehlender Eigenmittel das Projekt in zwei Teile geteilt. Damit wurden für das Hauptgebäude Fördermittel aus dem Europäischen Fond für Regionalentwicklung in Höhe von 50 Prozent genehmigt, unter der Bedingung Posten in Höhe von 400 000 Euro einzusparen.

 

Sonnenschutz sei beispielsweise nicht überall notwendig, Halterungen für Beamer nicht Vorschrift und Einsparungen in haustechnischen Anlagen möglich, hieß es seitens der Behörde. Auf Initiative des Planungsbüros wurde die Fördersumme auf 80 Prozent erhöht, was gleichzeitig eine Einsparung der zu investierenden Eigenmittel bedeutete. Dieses Geld hätte im Gegenzug eigentlich für den Neubau der Sporthalle eingesetzt werden können. Der bei der Schulbauförderung gestellte Antrag jedoch wurde abgelehnt.

Bei Baubeginn wurde davon ausgegangen, dass beide Anträge positive Antwort erhalten, deshalb gab es die für den Bau notwendigen Ausschachtungen und Abrisse. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage sei die Turnhalle momentan auf Eis gelegt und damit auch die Sanierung des Außengeländes. Trotzdem ist ein Anbau nötig, da der zu Schule gehördende Aufzug in Verbindung mit dem Durchgang zum Sportbereich steht. 700 000 Euro hätte das ganze Projekt gekostet. Für die Hälfte davon wäre ein Förderung möglich gewesen.

 

Nun verursacht der Anbau Extrakosten. Außerdem muss die alte Turnhalle nutzbar gemacht werden. Etwa 30 000 Euro sollen nochmals dafür aufgewendet werden. Fast wäre diese bei Baubeginn ebenfalls weggerissen worden, diente dann aber als Unterstellmöglichkeit für die Möbel. Fußboden, Sanitäranlagen und Wände sollen soweit renoviert werden, dass eine Nutzung auch für die nächsten zwei bis drei Jahre möglich ist. Das Schulhaus hingegen ist fast fertig.

 

Die Außenfassade hat ihren Anstrich erhalten. In den Zimmern werden Tafeln montiert und Türen eingesetzt. Am 27. September finden Tische, Stühle und Schränke wieder ihren Platz in Klassen- und Fachräumen, so dass der Schulbetrieb nach den Herbstferien offiziell beginnen kann. Nur noch kleinere Restarbeiten sowie die Installation des Aufzuges stehen dann noch an. Damit wurde der sehr knapp gesteckte Zeitplan von geplanten neun Monaten um etwa acht Wochen überschritten.