Grünbach feiert "Kulturschaffende"

Grund zum Feiern beim Kultur- und Heimatverein Grünbach: Die "Folkloristen" treten seit 60 Jahren auf und Birgit Weidlich steht seit 40 Jahren auf der Bühne. Zum Vereinsabend am Samstag im Bayerischen Hof wurden beide Jubiläen gewürdigt.

Grünbach - "Ihr habt Grünbach als Kulturstandort mit geprägt", freute sich der Vereinsvorsitzende und erinnerte daran, dass beide Jubilare im Verein ihre Heimat haben. Leonore Klotz, die 2006 verstorbene Mundartkönigin des Vogtlands war es, deren Wirken bis heute Früchte trägt. Sie gründete vor 60 Jahren mit ihrem Mann und Christa Geßner das Grünbacher Terzett, aus dem später die Grünbacher Folkloristen wurden.

Etwa zur gleichen Zeit gründete sich die Grünbacher Volksmusik, ein Instrumental-Ensemble. Die Gruppen traten oft gemeinsam auf. Später fand sich der Wendelsteinchor zusammen. Dort wirkte Birgit Weidlich lange als Solistin - und Moderatorin. "Wir waren die Grünbacher Kulturschaffenden", erinnerte Fritz Buchheim beim Überbringen der Glückwünsche des Wendelsteinchors.

Landrat Tassilo Lenk beglückwünschte die Grünbacher und dankte für ihren langjährigen und engagierten Einsatz. Er dankte Erika Reuter, dass sie den Staffelstab von Leonore Klotz übernommen hat und erinnerte an die ersten Begegnungen beim Tag der Vogtländer 1996 in Markneukirchen. Damals gab es einen langen Umzug der Mitwirkenden. In ihrer direkten Art hatte Leonore Klotz dem Landrat gesagt: "So weit laufen wir nie wieder." Geblieben ist ein Ensemble, das für vogtländische Folklore, dreistimmigen A-Capella-Gesang und die Förderung von Nachwuchs bekannt ist und das bei ungezählten Veranstaltungen das Vogtland repräsentiert.

Birgit Weidlich stand 1973 am 1. Mai das erste Mal in Grünbach in der Turnhalle auf der Bühne. Als Wendelstein-Duo trat sie danach mit Jane Schamschula auf. Vor einigen Jahren wurde das Duo wieder ins Leben gerufen mit Joachim Groß. Inzwischen hat sie sich mit Schlagern an Talente-Wettbewerben beteiligt und ist sogar beim Alpen-Grand-Prix aufgetreten. Als "Kulturschaffende" von Grünbach begleitete sie über viele Jahre den Wendelsteinchor als Solistin und Moderatorin. Die Grünbacher Folkloristen ließen die Vergangenheit anhand der verschiedenen Kostüme Revue passieren.

Zum Abschluss des Programms präsentierte die Ortschronistin eine Überraschung. Grünbach war schon immer ein Ort mit vielen Musikern. Jetzt wurde die Vereinsfahne des Männergesangvereins an den Kultur- und Heimatverein übergeben. Sie galt lange als verschollen. Der Männergesangverein gründete sich 1993. Zu seinem 35. Geburtstag bekam er die wertvolle Fahne als Symbol für die gemeinsamen Interessen. 1988 fand die letzte Singstunde statt. Der damalige Chorleiter Franz Körner bewahrte die Fahne auf und gab sie an seinen Sohn Wolfgang weiter. Nun sollte sie dessen Neffe Sebastian Beer bekommen, der als Musiklehrer in den Spuren seiner Vorfahren geht. Die Enkel des Chorleiters beschlossen jedoch, dass die Fahne als Teil der Geschichte Grünbachs nicht in Privatbesitz bleiben solle. Sie ließen das kostbare Stück aufwendig reinigen und aufbessern.

Zum Vereinsabend wurde die Fahne an die Ortschronistin Dr. Gisela Buuck übergeben. "Die Fahne gehört ins Vereinsleben von Grünbach", sagte Sebastian Beer, der mit Cousine Stefanie Kaschel gekommen war. "Es ist eine schöne Tradition unserer Vorfahren, sich mit Bräuchen und Sitten als eine soziale Gruppe zu zeigen. So sehe ich auch die Tatsache, dass viele Vereine, die es in Grünbach gab und gibt, sich mit Versammlungsprotokollen und Chroniken ja auch mit Kassenbüchern eine Geschichte geben", sagt die Ortschronistin und freut sich über das neue Stück im Archiv. Sie hofft, dass sich ein Platz findet, wo die Fahne sichtbar ausgestellt werden kann. Jetzt sucht sie noch die verschollene Fahne des "Turnvereins Jahn" , die 1976 an die BSG "Einheit" Grünbach übergeben wurde und seither nicht mehr auffindbar ist. va