Großfriesener Wehr rund um die Uhr einsatzbereit

Zur Jahreshauptversammlung zogen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großfriesen eine beachtliche Bilanz.

Von Sven Gerbeth

Großfriesen - 30 Mal wurde die Freiwillige Feuerwehr Großfriesen im Jahr 2018 alarmiert. Dies bedeutete einen deutlichen Anstieg gegenüber den beiden vergangenen Jahren (2016: 13 Alarmierungen, 2017: 27). Neben dem Einsatz beim Großbrand in der Plauener Dürerstraße Anfang Februar benannte Wehrleiter Ronny Döhling einen Gebäudebrand in Jößnitz, einen Feldbrand in Großfriesen, Alarmierungen im Rahmen der "Sonderlage Hochwasser" im Mai in Straßberg und Thiergarten und dazu mehrere technische Hilfeleistungen. Die Großfriesener Wehr ist im Gegensatz zu einigen anderen Ortswehren in Plauen und Umgebung aufgrund ihrer guten personellen Ausstattung und ihres Ausbildungsstandes rund um die Uhr einsatzbereit. In der Alarm- und Ausrückeordnung nimmt sie damit eine exponierte Stellung unter den Feuerwehren in Plauen ein. 
Am Alarmierungssystem selbst übte Wehrleiter Döhling allerdings verhaltene Kritik und regte eine bessere Information an: "Man hört mitunter die Meinung, dass man bei bestimmten Einsatzstichworten sowieso nicht zum Einsatz kommt." Man verlasse häufig auch die Arbeitsstelle und könne dann auf halber Wegstrecke wieder umkehren, weil man doch nicht gebraucht werde, ergänzten mehrere Kameraden. Die Hoffnung auf diesbezügliche Änderungen musste Gemeindewehrleiter Jörg Pöcker, zugleich Chef der Plauener Berufsfeuerwehr, freilich unter Hinweis auf die große, durch die Einsatzleitstelle zu betreuende Region dämpfen. Rüdiger Maetzig formulierte seine Forderung nach Anerkennung und ausreichender Ausstattung und Unterstützung der Wehren wie folgt: "Wir als Freiwillige kämpfen bei der Stadt um die Erfüllung einer Pflichtaufgabe. Wir sollten aber auch dafür kämpfen, dass die Berufsfeuerwehr erhalten bleibt und jenen eine Absage erteilen, die da meinen, das könnte vielleicht auch anders geregelt werden."
Pöcker sprach den vier Kameradinnen und den 22 Kameraden der aktiven Abteilung Dank und Anerkennung aus: "Großfriesen ist eine starke und gute Wehr, die einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Brandschutzes in der Stadt Plauen leistet." Gruß- und Dankesworte gab es außerdem vom Ortsvorsteher Wolf-Rüdiger Ruppin, von Rocci Pelz vom Kreisfeuerwehrverband sowie von Kai Grünler (Die Linke) und von Sven Gerbeth (Stadtratsfraktion FDP/Initiative Plauen). 
Neben den Aktiven gibt es in Großfriesen eine sechs Mitglieder zählende Jugendfeuerwehr, die 2019 auf mindestens zwei Neueintritte hofft, und eine kleine Alters- und Ehrenabteilung. Gegenwärtig verfügt die Großfriesener Wehr über ein 23 Jahre altes Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) und einen dem Katastrophenschutzzug zugeordneten Einsatzleitwagen ELW 1. Im Jahr 2020 soll ein neues Fahrzeug des Katastrophenschutzes im Ort stationiert werden. 
Auch das Kultur- und Vereinsleben in Großfriesen unterstützte die Feuerwehr 2018 wieder nach Kräften. Als Beispiele nannte Wehrleiter Döhling das Weihnachtsbaumverbrennen im Januar, das Hexenfeuer in der Regie des Kleintierzüchtervereins im April und das Pferdefest im September. Marcus Fröhlich übernahm allein 174 Stunden bei den Theaterwachen in Plauen. Vier weitere Kameradinnen und Kameraden widmeten sich gleichfalls dieser ebenso verantwortungsvollen wie interessanten Aufgabe.