Großer Wurf gelungen

Seit dreißig Jahren wird im und am Vogtlandmuseum Plauen umgebaut und saniert. Mittels verschiedener Fördermittel ergab sich eine Gesamtsumme im zweistelligen Millionenbereich.

Von Gabi Kertscher

Plauen Gestern stellten Bürgermeister Steffen Zenner, Dr. Martin Salesch, Leiter des Museums, und die Projektleiterin der Gebäude- und Anlagenverwaltung Plauen (GAV), Jana Eichler, das Ergebnis der umfangreichen Arbeiten vor. Eine genaue Summe konnte nicht genannt werden, so Eichler. Es wurde aus vielen Fördermaßnahmen Geld verwendet.
"Sicher ist, dass es sich um eine zweistellige Millionensumme handelt", so Bürgermeister Zenner. Die letzte und abschließende Maßnahme ist die Einrichtung eines neuen Ausstellungsraumes und die Öffnung vom Innenhof des Hauses Nr. 9. Dieser war noch niemals für die Öffentlichkeit zugängig. "Ich kannte das Areal auch nicht und bin überrascht, wie schön es hier geworden ist", äußerte sich Steffen Zenner.
Eingegrenzt wird dieser Hof von einem Teil der alten Stadtmauer und von Wänden mit Grabtafeln vom Friedhof an der Lutherkirche. Mittelpunkt ist eine Skulptur von Johannes Schulze, die in einem Kiesbett steht. Die Verantwortlichen können sich eine Nutzung bei Veranstaltungen oder Ausstellungen vorstellen. Ebenfalls neu ist ein Ausstellungsraum von 200 Quadratmetern. Helle Wände, ein neuer, ebenfalls heller Fußboden und moderne Beleuchtungselemente werden für die passende Atmosphäre sorgen. Mobile Podeste, Vitrinen oder Bestuhlungen können individuell aufgestellt werden. Dieser Raum gehörte zu den Lagerflächen des Museums.
Die Umnutzung sei erst durch die Einrichtung des Depots in der Seminarstraße möglich geworden. Für die Malerarbeiten, den neuen Fußboden und den Split im Innenhof wurden nochmals 10.000 Euro ausgegeben, erklärte die Projektleiterin.
Dr. Martin Salesch sprach von 120.000 Gegenständen, die dem Vogtlandmuseum für Ausstellungen zur Verfügung stehen. In dem Depot Seminarstraße werden in Schränken und Regalen die katalogisierten Artikel lagern.
Es sei jetzt schon möglich, komplette Ausstellungen zu organisieren. Steffen Zenner sprach von "einem großen Wurf", der dem Museum und der Stadt Plauen hier gelungen sei. Die Verbindung von Museumspädagogik, Forschung und Sonderausstellung sei zukunftsweisend. Für die Arbeit mit Schülern sind ebenfalls neue Räumlichkeiten geschaffen worden. Die Museumspädagogen Uwe Fischer und Anke Kurzendörfer (e.o.Plauen Stiftung) haben ihr Domizil in den ehemaligen Ausstellungsräumen im Erdgeschoss.
Mit dem Verlagern der nichtausgestellten Exponate in das Depot, die damit verbundene Aufarbeitung und spätere Digitalisierung aller Gegenstände wurden zwei neue Arbeitsstellen geschaffen. Ein Sammlungsleiter ist verantwortlich für die Aufbewahrung und Inventarisierung. Der Ausstellungskoordinator soll Struktur in die Ausstellungen bringen und die damit verbundenen Arbeiten koordinieren. "Das sind große Veränderungen in der Museumsarbeit. Wissenschaftliche Mitarbeiter können sich besser der Forschung widmen", ergänzte Dr. Salesch. Steffen Zenner betonte, dass es sich um zwei halbe Stellen handle, die ein neues Niveau in die Museumsarbeit bringen.