Großer Jubel für Königskinder

Das Plauener Theaterpublikum erlebte am Samstagabend eine grandiose Premiere von Engelbert Humperdincks "Königskinder".

Von Gabi Kertscher

Plauen - Das Märchen beginnt im Hexenwald - und der Zuschauer erlebt die schlechte Behandlung der Gänsemagd durch die Hexe. Viola Zimmermann spielt die hinkende Alte, die durch Zauberei ihre Dienerin, gesungen von Marija Mitic, an sich gebunden hat. Als schließlich, inkognito als Bettler, der Königssohn auftaucht und ihr die Krone, im Austausch gegen ihren Blütenkranz, schenkt, lernt die Gänsemagd andere Menschen kennen. 
 Sie verlieben sich, müssen sich aber wieder trennen. Wenig später tauchen der Spielmann (Sebastian Seitz), der Besenbinder (André Gass) und der Holzhacker (Frank Blees) auf. Der König von Hellabrunn sei gestorben und im Auftrag der Stadt wolle man wissen, wie es weiter gehe. Zur Mittagszeit erscheine der neue König, prophezeite die Hexe. Als die Uhr zu Mittag schlägt, tritt die Gänsemagd, mit der Königskrone auf dem Kopf, durch das Stadttor. Der Königssohn wurde bereits vom Wirt (Maurice Giancarlo Avitabile) als Schweinehirt angestellt. 
 Das Volk erkennt in der Gänsemagd nicht die vorhergesagte neue Herrscherin und verjagt sie, gemeinsam mit dem Königssohn. Nur die Kinder und der Spielmann scheinen ihnen zu glauben. Sie gehen den beiden nach. 
 Die Zuschauer konnten einen wunderbaren Kinderchor erleben, dessen kleine Darsteller feinfühlig sangen und spielten. Das Paar wandert hungrig durch die Welt und kommt schließlich vor dem Holzhacker-Haus an. Der Königssohn tauscht seine Krone gegen ein Stück Brot. Dieses war einst von der Hexe verflucht worden. Nach dem es von beiden gegessen wurde, ziehen sie weiter, bis sie schließlich erschöpft im Schnee versinken und Hand in Hand erfrieren. Der Spielmann, gefolgt von den Kindern, findet die Königskinder. Er beklagt den Tod und der Kinderchor lässt ein letztes Mal "Königskinder" erklingen.
Das Theater Plauen Zwickau hat auf der Bühne des Vogtlandtheaters Plauen eine große Oper zur Aufführung gebracht. Die Zuschauer konnten während dieser die Arbeit des Orchesters und seines Leiter Generalmusikdirektor Leo Siberski beobachten, ist es doch auf der Bühne platziert. Die Einbeziehung der Musiker in das Bühnenbild ist eine gut gelungene Arbeit von Andrea Hölzl, die für das Bühnenbild und die Kostüme Anerkennung vom Publikum bekam. Großer Jubel galt nach der Premiere nicht nur den Sängern, auch Regisseur Jürgen Pöckel und alle anderen Beteiligten erhielten viel Beifall.