Große Trauer um Reiner Förster

Der Plauener Ortschef der Gewerkschaft Verdi und langjähriges VFC-Mitglied Reiner Förster ist tot. Er starb am Dienstag mit 58 Jahren.

Plauen - "Mit Bestürzung haben wir heute Morgen erfahren, dass unser langjähriges Mitglied und Helfer, Reiner Förster, urplötzlich und unerwartet in der vergangenen Nacht verstorben ist. Wir sind erschüttert über diese Nachricht. Er stand uns in den letzten schweren Monaten mit Rat, Tat und seinem Einsatz für unseren VFC Plauen immer zur Seite", schreibt der Fußballclub auf seiner Homepage.

"Wir sind schockiert. Reiner war seit Mai 2006 im Verein und war einer, der sich als gute Seele ehrenamtlich um alles gekümmert hat. Er hat immer angepackt und war vielen als Grillmeister bestens bekannt. Sein Tod ist für uns ein herber Verlust", sagte am Dienstag VFC-Vorstandsmitglied Eric Holtschke. Reiner Förster wurde 58 Jahre alt. Er hinterlässt Frau und Kinder.

Die Nachricht von seinem Tod erreichte den VFC über die Plauener Berufsfeuerwehr. "Wir wurden früh von einer Verwandten gerufen, weil Reiner Förster auf Klopfen und Rufen an seiner Wohnungstür nicht öffnete und schon zuvor auch telefonisch nicht zu erreichen war. Nach dem Öffnen der Wohnungstür fanden wir ihn leblos in der Wohnung. Das war auch für uns ein großer Schock, denn Reiner war uns schon aus seiner Zeit als Marktmeister bestens bekannt", sagte der Chef der Berufsfeuerwehr Jörg Pöcker.

Auch in der Verdi-Bezirksgeschäftsstelle Vogtland-Zwickau herrscht tiefe Betroffenheit. "Wir sind total geschockt. Reiners Tod ist im Moment ein unüberbrückbarer Verlust für Verdi. Er hinterlässt eine tiefe Lücke. Reiner trug immer sein Herz auf der Zunge, war grundehrlich und dabei auch kritisch. Wenn er etwas gemacht hat, dann tat er es aus tiefster Überzeugung und mit Herz und Seele. Und er blickte immer nach vorn. In zwei Wochen sollte er als Plauener Verdi-Ortschef zum Verdi- Bundeskongress fahren. Morgen hätten wir unsere jährliche Mitgliederversammlung in Plauen, die wir aber nun wegen des Todesfalls abgesagt haben", sagte Bezirksgeschäftsführerin Kerstin Eger völlig fassungslos.

Reiner Förster war ein leidenschaftlicher Plauener, der sich auch acht Jahre als Marktmeister für seine Heimatstadt einsetzte. Nach dem Vollzugsdienst hatte er 20 Jahre in der Stadtverwaltung gearbeitet, bis ihm 2010 wegen veruntreuender Unterschlagung als Marktmeister gekündigt wurde. Doch Reiner Föster, das Plauener Urgestein, engagierte sich für seine Stadt weiter, arbeitete ehrenamtlich in vielen Vereinen und Organisationen, darunter auch im Aktionsbündnis gegen Rechts und im VFC Fanprojekt gegen Gewalt.

Noch am Sonntag war Reiner Förster mit seinem VFC zum Auswärtsspiel nach Kamenz gefahren. "Er hat noch erzählt, dass er zuvor seine Frau zum Sohn nach Dresden gebracht hat", sagte Holtschke: "Am Montag hatte er bei uns angerufen, er fühle sich nicht wohl und würde heute nicht kommen. Am Dienstag haben wir dann, als er nicht kam, bei ihm angerufen, aber ohne Erfolg. Zugleich rief eines seiner Kinder an, dass der Vater nicht ans Telefon gehe. Und dann kam die furchtbare Nachricht." M.T.