Große Schenkung an kleine Gemeinde Eichigt

Voller Freude hält Eichigts Bürgermeister Christoph Stölzel eine Schenkungsurkunde in der Hand. Denn: Die Söhne des Malers, Grafikers und ehemaligen Bergener Lehrers Gerhard Nitzsche haben der Gemeinde Eichigt anlässlich des 110. Geburtstags ihres Vaters 51 grafische Blätter geschenkt.

Die Bilder sind seit einigen Tagen im "Kleinen Grafikkabinett" des Gasthauses Zur Grünen Linde zu sehen. Die Schenkungsurkunde, unterzeichnet von dem Dresdner Bildhauer und Kunst-Professor Dietrich Nitzsche sowie den Brüdern Dr. Gunther Nitsche aus Trebbin und Eckard Nitsche aus Eichigts Ortsteil Pabstleithen, hat Stölzel zu jüngsten Ratssitzung in Hundsgrün der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der emeritierte Professor aus Dresden ist auch in Oelsnitz kein Unbekannter. Die Handschrift des jetzt 78-Jährigen tragen zahlreiche Plastiken; ein Mosen-Denkmal in der Elsteraue, ein Bildnis des aus Marieney stammenden Poeten am Gymnasium der Teppichstadt . . .

Die in Bergen ausgestellten Bilder Gerhard Nitzsches sind zwischen 1928 und 1972 entstanden. Ein Original-Holzschnitt von 1938 zeigt einen Bauern beim Dengeln, der Holzschnitt von 1934 die Oelsnitzer Stadtkirche noch mit neugotischem Maßwerk, die uralte Eichigter Katharinen-Kirche ist mit Torbogen als Linoldruck im Jahr 1930 festgehalten worden.

Recht nah am ländlichen Wirtshaus-Leben ist eine 1928 entstandene Radierung. Sie zeigt zwei rivalisierende Böcke im Bergener Gasthaus: einen gehörnten Ziegenbock und ein Bauern.

Mit der Schenkung, so der Bürgermeister, wollen die in Bergen geborenen Söhne von Gerhard Nitzsche nicht nur das Schaffen einer großen vogtländischen Künstlerpersönlichkeit würdigen, sondern auch "Freude und Erbauung!" bringen. Ein dickes Lob des Bürgermeisters: Ohne das Engagement des Bergener Heimatforschers Hans-Peter Tschaepe wäre die Ausstellung wohl nicht zustande gekommen.