Greizer Musikschuldirektorin a.D. Irmengart Müller-Uri ist tot

Greiz Die langjährige Direktorin der Greizer Musikschule "Bernhard Stavenhagen", Irmengart Müller-Uri, ist tot. Am vergangenen Samstag starb sie nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 92 Jahren. Mit ihr verliert die Stadt Greiz nicht nur eine herausragende Musikpädagogin, Musikerin und Autorin, sondern auch eine Persönlichkeit, die wie nur wenige die Stadt Greiz und deren Kulturleben in den vergangenen Jahrzehnten geprägt und befördert haben. Für ihr hervorragendes gesellschaftliches und kulturelles Wirken wurde Irmengart Müller-Uri 2002 mit der Bürgermedaille der Stadt Greiz in Silber und 2013 mit der Ehrennadel des Thüringer Musikrats geehrt.
"Nichts währt ewig", notierte der Greizer Ehrenbürger und Lyriker, Reiner Kunze, am Ende eines seiner knappen und intensivsten Epigramme. Dennoch fällt es immer wieder schwer, Abschied zu nehmen. Trotz körperlicher Gebrechen, die dem Alter bedingt waren, war Frau Müller-Uri bis zuletzt jung wie eine Mittzwanzigerin, an allem interessiert und immer neugierig, manchmal unverändert forsch und doch stets liebenswert. Ganz so, wie es sich für eine Grande Dame gehört, die weit über die Greizer Stadtgrenzen hinaus geschätzt und geachtet wurde. Irmengart Müller-Uri wurde am 10. August 1927 in der Nähe von Pößneck geboren. Nach dem Abitur studierte sie an der Weimarer Hochschule für Musik Klavier und Klavierpädagogik und war danach als Dozentin unter anderem in Sondershausen, Schwerin und Rostock tätig. 1966 erhielt sie den Auftrag, eine selbständige Musikschule in Greiz aufzubauen, deren Direktorin sie von 1967 bis 1989 war. Darüber hinaus wirkte sie als Konzertpianistin, stand dem "Musikaktiv Greiz" von 1982 bis 1989 vor und war über viele Jahre Organisatorin und Juryvorsitzende des Stavenhagen-Wettbewerbs sowie Initiatorin verschiedener Musikfeste.
Seit ihrem "Unruhestand" arbeitete sie journalistisch und publizistisch vor allem als Musik- und Kulturrezensentin für verschiedene Tageszeitungen und nicht zuletzt viele Jahre als Redakteurin und Redaktionsleiterin des ehemaligen "Greizer Heimatboten". Ende 2017 veröffentlichte sie unter dem Titel "Erlebnisse, Erfahrungen, Erinnerungen" ihre Autobiografie, in der sie über die Stationen ihres bewegten und bewegenden Lebens, das sich über vier verschiedene Staatsformen erstreckte, berichtete. Weit mehr als nur persönliche Lebenserinnerung ist diese Schrift Zeitdokument und geschichtliches Abbild zugleich.
Mit Irmengart Müller-Uri verlässt eine außergewöhnliche Frau, Pädagogin, Musikerin, Autorin und Künstlerin die Lebensbühne, die als Mensch Vorbild für viele Generationen war. Im gesellschaftlichen und persönlichen Gedenken wird sie und ihr Lebenswerk unter uns und lebendig bleiben. Ihren Angehörigen gehört unsere herzliche Anteilnahme. K. Schaarschmidt