Greizer Firma sorgt für Glanz

Die Greizer Spaleck Oberflächenveredlung GmbH lässt Kleinteile glänzend aussehen.

Möbelgriffe und -knäufe aus Metall - es gibt sie in unzähligen Varianten. Nicht nur, was die Form angeht, sondern auch das Oberflächenmaterial: Die Palette reicht von seidenmattem Aluminium bis hin zu glänzendem Chrom. Doch kaum einer weiß, dass hinter dieser optischen Vielfalt ein Beschichtungsverfahren namens Galvanik steht, und dass dieses in unserer Region beispielsweise die Spaleck Oberflächenveredlung GmbH in Greiz praktiziert.

Bis zu 70 000 Teile aus Messing, Stahl oder Zinkdruckguss können dort die knapp 50 festangestellten Produktionsmitarbeiter an einem Tag verkupfern, vernickeln, verchromen oder vergolden. Erreicht wird diese Oberflächenveredelung, indem man den zu galvanisierenden Gegenstand in eine leitfähige chemische Lösung taucht: In ihr wird mithilfe von Strom erst das gewünschte Oberflächenmetall gelöst, um sich dann auf dem Kleinteil niederzuschlagen.

Die Beschichtung selbst hat dabei nur eine Dicke von wenigen Mikrometern, denn nicht selten handelt es sich bei den Aufträgen um Form- und Funktionsteile, die Komponenten eines größeren Ganzen sind. "Bei Gewinden reicht da schon eine etwas zu dicke Beschichtung und die verbindende Schraube lässt sich nicht mehr eindrehen", so Sascha Höland, Assistent der Geschäftsleitung und studierter Werkstoffwissenschaftler.

Ausgelastet sind damit zwei sogenannte Gestellgalvanisierautomaten, von denen der eine 1996, der andere im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurde. Gegründet wurde die Spaleck Oberflächenveredlung GmbH allerdings bereits im Oktober 1991 - womit Spaleck außerdem nach Greiz zurückkehrte. Zuvor wurde hier unter diesem Namen schon einmal Textilmaschinenzubehör gefertigt: von 1869 bis 1949. Dann flüchtete man - nach Demontage des Betriebs durch die russischen Besatzer - nach Westdeutschland und gründete dort in Bocholt bei Münster eine Nachfolgegesellschaft.

Für eben diese sollte 1991 die neue Oberflächenveredelung GmbH Vertriebsstelle und Standort für das Geschäftsfeld Gleitschleiftechnik sein. Beide Standbeine "reichten allerdings nicht zum Leben", sodass man 1994, nach vorheriger Marktanalyse, ins Galvanikgeschäft einstieg und begann, Griffe für Küchen-, Bad- und Schlafzimmermöbel zu veredeln.

Im Laufe der Zeit erweiterte sich der Kundenstamm dann deutschlandweit um Zulieferer für die Automobil- und Motorradindustrie und damit um Produkte wie Gurtschnallen, Zündschlosseinfassungen und Tachometer-Halteringe. Und auch ganz herkömmliche Alltagsgegenstände landen mittlerweile in den Tauchbecken von Spaleck. Griffe für Einwegrasierer gehören ebenso dazu wie Türschlosszylinder oder die Einfassungen von Leuchtstrahlern.

Wem die optische Verschönerung durch Galvanik nicht reicht, der kann zudem jedes einzelne Teil noch von Hand hochglanzpolieren lassen - eine Leistung, die Spaleck seit 2010 anbietet. In dem Jahr nahm Spaleck einen Erweiterungsbau in Betrieb, in dem sich außerdem verschiedene Maschinen zum Lohngleitschleifen befinden, mit denen vorwiegend metallisches Zubehör für die Autozulieferindustrie entgratet, geglättet und poliert wird - egal ob aus Stahl, Messing oder Aluminium.

"Das war's allerdings vorerst mit größeren Investitionen", erklärt Geschäftsführer Dieter Höland. Er wachse lieber übersichtlich und warte jetzt erst einmal ab, wie sich der Markt in den nächsten Jahren entwickle.