Greizer feiern trotz Hochwasserkatastrophe

Ihr Park- und Schlossfest feierten die Greizer trotz der eben überstandenen Hochwasser-Katastrophe. Mit Bienenfleiß hatten alle dafür mit angepackt.

Greiz - Am ersten Juniwochenende dieses Jahres erlebte Greiz die schlimmste Hochwasserkatastrophe seit 1954. Weite Teile des Stadtzentrums standen unter Wasser. Zwei Wochen später war davon - zumindest in der Innenstadt - nur noch wenig zu erahnen. Mit wahrem Bienenfleiß hatten die Vogtländer gewuselt, um ihre Stadt wieder herzurichten und trotz des Desasters ausgelassen und mit vielen Gästen ihr Park- und Schlossfest zu feiern.

Von Freitag bis Sonntag verwandelte sich das Greizer Zentrum in eine einzige große Festwiese mit mehreren Bühnen, Händlerständen und reichlich Amüsement für groß und klein. Wo eben noch Sandsackbarrieren trockene von überschwemmten Bereichen trennten und weitere Gebäude vor der zum reisenden Strom gewordenen Weißen Elster schützten, tobte die Party. Im Schlossgarten vor dem Unteren Schloss zum Beispiel, den das Unwetter in ein Bassin umgestaltet hatte, leuchtete ein Spielparadies für Kinder, und auf der dortigen Hauptbühne präsentierten sich tagsüber Greizer Kultur- und Sportvereine, abends spielten Bands zum Tanz auf.

Auf Plätzen und in Straßen und Gassen der Altstadt boten Händler Waren von Damentasche aus Fernost, über Kunsthandwerkliches bis hin zu ausgefallenen Gaumenfreuden feil. Das Obere Schloss hatte erstmals der traditionelle Greizer Schlossfolk okkupiert, den in diesem Jahr der Greizer Kulturverein "Alte Papierfabrik" organisiert hat. Aber auch andere Traditionen fanden sich wieder, so stellte auf dem Burgplatz der Münzpräger den diesjährigen Greizer Stadttaler her oder lockten Fahrgeschäfte und Losbuden auf dem Westernhagenplatz. Und natürlich gehörte der Festumzug am Sonntagmittag ebenso zu den Höhepunkten des Stadtfestes wie das große Feuerwerk zum Abschluss am Sonntagabend.

Dennoch, die Katastrophe wirkte nach, der hautnah erlebte Schrecken war zu frisch, um vergessen zu sein. An manchen Ständen wurde für die Opfer des Hochwassers Geld gesammelt. Auch Mitglieder des Greizer Mode- und Showteams, darunter das Greizer Reußenpaar, Silke und Andreas Stark, schlenderten durch die Fest- und Feierzone mit Körben voller Blumen, die sie als Dank für eine Spende für die Geschädigten der Flut weiterreichten. Und so diente das Greizer Park- und Schlossfest in doppelten Sinn auch einem gutem Zweck, als Möglichkeit, Solidarität mit Hochwasseropfern zu zeigen und als Dankeschön an die vielen Helfer, die im privaten Umfeld oder aber für ihre Stadt halfen, Schäden des Unglücks zu beseitigen. Die Greizer durften sich 2013 zu Recht auch selbst feiern. Karsten Schaarschmidt