Gregorianika Mönche in Auerbach

Auerbach - Genau zu der Zeit, wo die Falkensteiner ihr Weinfest und die Rodewischer ihre Kirmes feierten, war auch Auerbachs Göltzschtalgalerie bis auf den letzten Stuhl besetzt. Der Grund dafür waren sechs singende Mönche. Die waren extra aus der Ukraine ins Vogtland gekommen, um mit ihren sakralen Gesängen das Publikum zu begeistern. "Gregorianika", so der Name der Vokal-Boygroup sorgte am Samstag Abend für Gänsehautfeeling.

Die sechs Mönchs-Männer sind nicht nur mit ihren Gesängen echte Profis. Auch in ihrem Auftreten beherrschten sie ohne Makel die Gepflogenheiten der aktuellen Kommerz-Gesellschaft.

So übersangen sie locker ein schon beim ersten Lied läutendes Publikumshandy. Dieses ertönte nicht etwa sanft, sondern ziemlich laut. Auf die Störung reagierten die Mönche nur mit strengen Blicken. Das Konzert ging weiter. Und dies in einer Mischung klassisch-gregorianischer Klänge und Songs der Gegenwart. Stimmkräftig und in exakter Intonation entführte der Chor seine Zuhörer in die Welt der traditionellen Klöster. Die Zuhörerschaft war sich schnell einig: da vorn auf der Bühne lieferten die russischen Künstler einen hochgradigen Konzertgenuss fernab vom hektischen Alltag ab.

Waren die singenden Mönche auf der Bühne noch sachlich, zurückhaltend und ernst, wurden sie nach dem Auftritt locker und lustig. Schnell entledigten sie sich ihrer schweren Kutten und schlüpften in Jeans sowie T-Shirts. "Wir sind ganz normale Menschen und verdienen mit unseren Gesängen ein wenig Geld", betonte Frontmann Oleksiy Semenchuk. Und er gab noch ein Geheimnis bekannt: "Auf der Bühne sind wir gläubige Mönche, im wahren Leben aber echte Atheisten.  H.H.