Grausam: Kater Seppl im Hochsitz eingesperrt

Krebes - An und für sich wollte der Pächter eines Waldgrundstücks nahe Krebes, rechter Hand in Richtung Großfriesen, nach Borkenkäfern und möglichen Schäden im Jagdrevier schauen. Doch was er am Dienstag fand, war einige Nummern größer als ein Borkenkäfer. Der Mann hörte erbärmliche Klagelaute.

 

 Ihnen folgend, bestieg er einen Hochsitz. Er schob den Riegel auf und es eröffnete sich ein Bild des Grauens. Ein schwarz-weißer Kater, abgemagert bis auf die Knochen, mit rotem Flohhalsband jammerte in seiner Gefangenschaft.

Er war sehr verängstigt. Überall lag Kot. Es waren viele Tage, die das arme Wesen dort eingesperrt war. Welcher Mensch tut so etwas? Denn dass dies ein böser Menschenstreich war, ist klar.

Allein konnte der Kater nicht in den Hochsitz ohne Fenster oder andere Öffnungen gekommen sein. Gleich wohl kann das Tier den Riegel von außen nicht vorgeschoben haben. Der Pächter informierte das Tierheim Kandelhof über den Fund. Karin Oettmeier, Chefin des Tierschutzvereins Plauen und Umgebung, nahm das abgemagerte Tier mit ins Tierheim und stellte es am nächsten Tag dem Tierarzt vor.

Bis dahin war noch unbekannt, wer Herr des Katers ist. Doch dann drehte sich die Sache. Im Ohr fand Oettmeier eine Tätowierung, Zahlen und Buchstaben. Über einen Tierarzt konnte der Besitzer respektive die Besitzerin ermittelt werden.

Ein erster telefonischer Kontakt mit der Besitzerin des im Juli 2007 geborenen "Seppl" schlug fehl. Die Frau befindet sich seit zwei Wochen im Urlaub und kehrt erst heute nach Hause zurück, war von einem Verwandten zu erfahren.

Zufällig von jenem Verwandten, der vorgab, sich in Abwesenheit der Besitzerin um die beiden Katzen der Frau zu kümmern. Und dann, auf näheres Nachfragen von Oettmeier, sagte er, dass momentan keine der Katzen mehr da sei. "Die sind alle weggelaufen." Nach den Katzen gesucht hat er offensichtlich nicht, schließlich ist das Tierheim Kandelhof nur einen Katersprung vom Fundort entfernt. Sehr widersprüchlich.

 Bleibt für die Tierschützer die Frage, ob es dem Verwandten vielleicht zu viel geworden ist, sich um die Tiere zu kümmern? Hat er die Katze dort eingesperrt? Oder wartet ein Jäger darauf, den Kater demnächst freizulassen und dann abzuschießen? Und wo ist die zweite Katze? Karin Oettmeier hat gleich nach dem Anruf alle anderen Hochstände der Gegend abgesucht. Ohne Erfolg. Alle Gedanken sind bisher nur Mutmaßungen. Und nur die Besitzerin kann wohl noch Licht ins Dunkel bringen.  mam