Grabungen in der Plauener Vergangenheit

Plauen - In der Innenstadt von Plauen haben archäologische Ausgrabungen begonnen. Die Altertumskundler nutzen die begonnenen Bauarbeiten zwischen Nobel- und Marktstraße, um im Erdreich nach Relikten der Vergangenheit zu suchen.

 

Und das sich die Experten auf bedeutendem Boden befinden, zeigte sich bereits zu Beginn der Arbeiten vergangene Woche, als mehrere Knochen gefunden wurden, die offenbar von einem Menschen stammen. Vermutet wird ein Bombenopfer des zweiten Weltkrieges. Neben der Kriminalpolizei sind in die Untersuchungen der Knochen auch Chemnitzer Rechtsmediziner involviert. Nach dem Krieg wurden die drei Häuser auf dem Areal nicht wieder aufgebaut. Seit dem gehört die Lücke zum Stadtbild.

Seit gut einer Woche untersuchen die Archäologen nun bereits das Gebiet. Begonnen wurde auf der Seite der Marktstraße. Hier sind in den freigelegten Grundmauern auch die Knochen gefunden worden. Wenn Knochen zutage kommen, wird sofort die Polizei verständigt, sagt Dr. Christoph Heiermann, Sprecher des Landesamtes für Archäologie in Dresden. "Das handhaben wir immer so." Im Laufe der kommenden Wochen soll die gesamte Fläche untersucht werden. Bereits vor Jahren einmal wurden in einem Teil des Areals Ausgrabungsarbeiten durchgeführt. Die ausgegrabenen Mauern sind noch zu sehen. Die jetzigen Bauarbeiten ermöglichen die Untersuchung der gesamten Fläche. Dabei erfassen und notieren die Experten alles was sie finden. Die Archäologen vermuten in der Erde Gebäudefragmente, deren Entstehung möglicherweise bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.

Nähere Informationen zu den Ausgrabungen wollen die Archäologen in der kommenden Woche bekannt geben, sagt Heiermann. "Dann sind wir auch schon tiefer vorgestoßen und können vielleicht bereits etwas zu den Funden sagen." Die Wohnungsbaugesellschaft Plauen mbH (WbG) lässt auf dem Gebiet ein Wohnanlage für ältere Menschen und Familien errichten. mar