Google im Vogtland

Diskussionsforum in Schöneck: Bei der Firma GK Software ging es um Nachhaltigkeit und Neuverschuldungsverbot. Und es ging um den Weltkonzern Google.

Schöneck - Gastgeber des Nachhaltigkeits-Forums der CDU-Fraktion des Landtags war die Schönecker Firma GK Software AG, rund 80 Teilnehmer trafen sich hier am Montagabend. Dabei stellte Vorstandsvorsitzender Gläß das Unternehmen vor und im Foyer wartete auf die Gäste eine richtige Innovation: Die Datenbrille Google Glass, von der bisher in Deutschland nur 24 Stück registriert sind.

Und Finanzminister Unland brachte einen passenden Vergleich: "An jeder Autobahnabfahrt entstehen wichtige Gewerbegebiete. Wir wissen: Das Internet ist die Autobahn der Zukunft. Deshalb haben wir im Haushalt einen dreistelligen Millionenbetrag reserviert, um das in Sachsen weiter auszubauen." Die jährlichen Gesamteinnahmen des Freistaates betragen rund 16 Milliarden Euro. "Bei den Ausgaben bekommen ein Drittel Sie, Herr Lenk", meinte Unland zum anwesenden Landrat.

"Ist zu wenig", kam die schlagfertige Antwort zurück. Neben den Kommunen gehen ein Drittel in das Personal, das restliche Drittel teilt sich der Rest. Auch nach der anstehenden Landtagswahl in diesem Jahr, das wurde in den Vorträgen von Unland und dem CDU-Landtagsabgeordneten Jens Michel deutlich, würde die Partei gerne ihren Kurs weiterverfolgen. Seit 2006 werden Schulden getilgt und damit nach Unland "keine neuen Lasten auf zukünftige Generationen übertragen".

Und Michel: "Wir sind das erste Bundesland, das ein Neuverschuldungsverbot in die Verfassung geschrieben hat." Bei der abschließenden Diskussion, an der auch CDU-Landtagsabgeordneter Andreas Heinz und Rolf Keil als Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Schöneck teilnahmen, kam vor allem bei Landrat Dr. Tassilo Lenk Freude auf. Denn anhand von Statistiken erklärte Michel: "Die Kreisumlage in Sachsen ist auf dem niedrigsten Niveau von Deutschland, die sächsischen Kommunen kommen im Vergleich zu anderen gut weg, ich will hier einmal eine Lanze für den Landkreis brechen." "Dieses Einsehen bekomme ich mit meinen Bürgermeistern noch nicht so richtig hin", meinte Landrat Lenk.

Innovationen aus Schöneck

Google Glass - Die Brille der Zukunft des Weltkonzerns Google verspricht dem Träger über einen kleinen Bildschirm am rechten Brillenrand die digitale Welt für unterwegs. Der eingebaute Minicomputer soll im Grunde alles können, was am heimischen Lap Top auch möglich ist. Erst 24 Stück gibt es in Deutschland und die Schönecker Firma GK Software arbeitet im Moment an verschiedenen Programmen dafür.

"Wir tüfteln gerade, die Brille befindet sich in der Entwicklungsphase", erklärte Stephan Boese, der hauptsächlich mit diesem Projekt betraut ist. GK Software, so beschreibt es Rainer Gläß, war 1990 eine "typische Garagengründung", von Gläß und seinem Partner Stephan Kronmüller. Inzwischen macht das Unternehmen 40 Millionen Euro Jahresumsatz und bietet Computersoftware für die verschiedensten Kunden an. K. M.