"Goldbären" gehen auf die Straße

Rund 600 Menschen demonstrierten am Wochenende auf dem Platz der Völkerfreundschaft in Zwickau für den Erhalt des Haribo-Werkes in Wilkau-Haßlau. Viele Menschen aus der Region, darunter auch Bundes- und Landtagsabgeordnete, zeigten sich solidarisch mit den 150 betroffenen sächsischen Haribo-Mitarbeitern und schlossen sich der Protestkundgebung der Gewerkschaft NGG an. Als Redner sprachen sich Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig und Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete von "Die Linke" und DGB-Vorsitzende im Kreisverband Zwickau. "Es kann nicht sein, dass man jahrelang das Unternehmen in Wilkau-Haßlau auf Verschleiß gefahren hat, um uns heute zu erklären, dass die Investitionssumme zu groß wäre", sagte Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD). Nach Angaben von Sabine Zimmermann (Linke) hat Haribo über die Jahre Millionengewinne mit dem kleinsten seiner fünf deutschen Werke erwirtschaftet. Im Zuge eines Gewinnabführungsvertrags gingen demnach beispielsweise 2018 rund 2,6 Millionen Euro an den Stammsitz in Grafschaft (Landkreis Ahrweiler). Der Süßwarenhersteller will trotz der Proteste an seinen Plänen festhalten. "Unsere Entscheidung, den Standort in Wilkau-Haßlau zum Jahresende zu schließen, steht", sagte eine Sprecherin auf Nachfrage. Das Werk erfülle demnach nicht mehr die Anforderungen an eine wirtschaftliche und effiziente Produktionsstruktur.