Goethe-Schule in Auerbach: Unbekannter erpresst Geld von Polizei

Der Terror am Goethe-Gymnasium Auerbach geht weiter. Ein Unbekannter will von der Polizei 10.000 Euro erpressen. Wenn die Polizei nicht bis Sonntag, 18 Uhr, zahlt, würden die Warenbestellungen an Goethe-Lehrer weitergehen - und es werde "noch mehr passieren".

Der Unbekannte, der mit dem Kürzel "FCKGGA" im Internet zeichnet, droht bei Nichtzahlung abermals mit Amoklauf. Unter Schülern, Eltern und Lehrern machte das Drohschreiben am Sonntag die Runde - eingeschaltet wurde die Polizei, die die Seite wohl vom Netz nahm. Ab Montag werde die Polizei vor dem Gymnasium wieder präsent sein, sagt Polizeisprecher Oliver Wurdak, der versichert, dass für Schüler und Lehrer keine Gefahr bestehe.

"Wir sind als Polizei zum Anfassen vor Ort". Man wolle dem aus Polizeisicht subjektiven Unsicherheitsgefühl, das Schüler, Lehrer und Eltern empfinden, entgegentreten. Im Ergebnis der Ermittlungen und der vorliegenden Erkenntnisse seien nach wie vor keine Anhaltspunkte für das Vorliegen einer konkreten Gefährdungslage gegeben.

Über die Höhe der Erpressersumme und das gestellte zeitliche Ultimatum schweigt sich die Polizei gegenüber den Medien aus Ermittlungsgründen aus. Auch der Fakt, dass die Drohung und Erpressung an die Polizei gerichtet ist, wird von der Behörde nicht erwähnt. Laut des Erpresserschreibens, welches im öffentlich im Internet stand und dem Vogtland-Anzeiger vorliegt, soll die Polizei das Geld in Bitcoin zahlen.

Zahlt die Behörde, "werde ich und mein Team" die Bestellungen stoppen. Niemand werde zu Schaden kommen. Zahle die Polizei nicht, werde noch mehr passieren. "Eventuell lasse ich mir auch noch etwas schickes bzgl. eines Amoklaufes einfallen", heißt es im letzten Satz.

Eine Amoklauf-Drohung gab es bereits zu Pfingsten, weshalb die Schule eine Woche geschlossen hatte und unter Polizeischutz stand (wir berichteten). In der Folge gerieten ein 15-Jähriger und dessen Vater ins Visier der Polizei - und drei weitere Jugendliche. Inzwischen hat sich der Kreis um einen weiteren Verdächtigen erweitert. Ermittelt wird gegen sechs Personen. Alle sind auf freiem Fuß. In der vorigen Woche sei es laut Oliver Wurdak zu weiteren Warenbestellungen für Lehrer gekommen. Nach Recherchen soll Pizza geliefert worden sein. Cornelia Henze