Göltzschtal-Bande im Visier der Kripo

Ermittlern ist ein zweiter Schlag gegen bandenmäßigen Diebstahl im Göltzschtal gelungen: Gegen 15 Personen wird ermittelt. Nun werden die rechtmäßigen Eigentümer des Diebesgutes gesucht.

Auerbach - Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gehen die Ermittler davon aus, dass es sich bei den Straftaten um Beschaffungskriminalität handelt. Auch Dutzende Pkw-Aufbrüche in Auerbach und Falkenstein Ende 2012 sollen dazu gehören, sagte Chef-Ermittler Holger Dieg von der Polizei am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Die Polizei ordne den bandenmäßig handelnden Tätern mehr als 300 Einzelstraftaten des Jahres 2012 zu. "Dabei erweist sich die gerichtsverwertbare Beweisführung als äußerst aufwändig und schwierig", sagte Dieg.

Nach seinen Angaben liegen zudem gesicherte Erkenntnisse vor, dass der Absatz des Diebesgutes teilweise unter Beteiligung tschechischer Täter in Tschechien erfolgte. Bisher konnten den Tätern 97 Taten nachgewiesen werden, davon 68 Autoaufbrüche, so der 1. Kriminalhauptkommissar.

Den Ermittlungen ging eine Razzia am 16. Januar voraus und eine weitere am 5. Februar. Am jüngsten Einsatz waren 40 Beamte beteiligt, die zwei Wohnungen in Auerbach/Mühlgrün und jeweils eine im Neubaugebiet und auf der Mosenstraße durchsuchten. Dabei wurde zahlreiches Beweismaterial sichergestellt.

Ein 28-jähriger Mann wurde festgenommen. Gegen ihn lag Haftbefehl vor. Ihm wird vorgeworfen, mit anderen Tätern in mehr als vier Dutzend Autos eingebrochen zu sein und Navigationssysteme gestohlen zu haben. Gegen einen zweiten gleichaltrigen Auerbacher liegt ebenfalls Haftbefehl vor. Weil er sich auf der Flucht befindet, konnte dieser nicht vollstreckt werden. Dieg geht aber davon aus, dass er in den nächsten Tagen dingfest gemacht werden kann.

Bei der Razzia im Januar beschlagnahmten Ermittler bei vier anderen Durchsuchungen in Auerbach knapp 100 Beutestücke. Sie stammen überwiegend aus Einbrüchen in Gärten, Garagen und Firmen. Um die Eigentümer zu finden, wird am Samstag erstmals ein gemeinsames Amtsblatt aller vier Göltzschtal-Kommunen erscheinen, in dem 90 der Gegenstände abgelichtet sind. Diese reichen von diversem Werkzeug über eine Tauchausrüstung, Musikinstrumente, Fahrräder, Fernsehgeräte und Computer bis hin zu Modelleisenbahnzubehör. Bürger, die Gegenstände wiedererkennen, sollten sich in ihrem Rathaus oder auf der Polizei melden. Denn nur so könnten weitere Zuordnungen von Straftaten und damit die Überführung der Straftäter erfolgen, argumentiert Chefermittler Dieg.

Ellefelds Bürgermeister Heinrich Kerber, der auf der Pressekonferenz im Polizeirevier Auerbach die Gilde der Bürgermeister vertrat, verspricht sich ebenfalls vom "Diebesgut-Katalog" große Resonanz. In den Göltzschtal-Kommunen von Rodewisch bis Falkenstein hätten sich viele Bürger über die massenhaften Einbrüche besorgt und betroffen gezeigt. pdk