Glück und Pech mit Kunst am Bau

Seit anderthalb Jahren konnte die Turnhalle an der Stresemannstraße nicht mehr genutzt werden. Es wurde aus-, um und angebaut. Nun ist das städtische Gebäude kaum wiederzuerkennen. Und ab 2. März heißt es wieder: Spaß mit Sport; in der fußbodenbeheizten Halle oder auf vier modernen Kegelbahnen.

Plauen - Eine auffällige Besonderheit der einstigen Turnhalle (die früher zum Metallleichtbaukombinat, MLK, gehörte) ist dankenswerterweise geblieben: die Kunst am Bau. Damals angebracht am abgerissenen Sanitärtrakt der Sporthalle, schmückt es nun die Nordostfassade der Sporthalle: ein Wandmosaik des Plauener Formgestalters und Objektkünstlers Klaus Helbig.

Es besteht aus Metallelementen, und dargestellt werden verschiedene Sportarten. Dabei hat sich der Künstler auf das Wesentliche beschränkt und folgt in seiner reduzierten Gestaltung einer Verfahrensweise, die 1972 bei den Olympischen Spielen in München verwendet wurde: den vom Ulmer Grafiker Otl Aicher entwickelten Piktogrammen. Das Wesen dieser Bilder ist die Auslassung. Kritiker schmähten das damals als "Minimalschrift für Analphabeten des hektischen Zeitalters".

Doch Piktogramme haben seitdem unser Leben verändert, vor allem vereinfacht. Bedient wird sich grundsätzlicher Prinzipien wie einer einheitlichen Strichstärke und Größe und einer maximalen Reduktion der Elemente. So geht auch Klaus Helbig vor. Unschwer erkennen wir auf seinem Wandmosaik unter anderen einen Turner, den Fußballspieler oder den Sprinter. Gestaltet hat der Künstler seine Sportpiktogramme aus feuerverzinktem Flacheisen. I

n diesem Falle dienen die Piktogramme nicht der individuellen Orientierung auf die einzelne Sportart, sondern bilden in ihrer Gesamtheit eine Werbebotschaft für den Sport allgemein. Hier, so sagt es das Mosaik, ist ein Ort, wo Sport getrieben wird. Dass die Wandgestaltung Helbigs wieder angebracht werden würde, war für Axel Markert von der Plauener Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV) eine Selbstverständlichkeit. Ist doch die einst zum MLK gehörende Turnhalle inzwischen städtischer Besitz.

Weniger glücklich wurde mit einem einst auch dem MLK gehörenden Kunstwerk Helbigs verfahren. Dabei handelt es sich um die immerhin zehn Meter hohe (!) Stahlskulptur "Zeichen", die seit Mitte der Achtzigerjahre vor dem Verwaltungsgebäude an der Hammerstraße stand. Das Kunstwerk ist sang- und klanglos verschwunden, und alle Bemühungen zu erfahren, was damit geschah, sind bislang ergebnislos verlaufen. Kulturreferent Dirk Heinze, übernehmen Sie! Der Künstler Klaus Helbig könnte sich sehr gut vorstellen, dass sein wiedergefundenes "Zeichen" in der Elsteraue einen angemessenen Platz erhält.