Glocken in Sicht für Elsterberger Kirche

Die Elsterberger Laurentiuskirche soll bald neue Glocken bekommen. In der letzten Maiwoche sollen die Rüstarbeiten am Turm beginnen - die Bauerlaubnis liegt vor. Wird das neue Geläut zu Weihnachten zu hören sein? "Das wäre der Idealfall", sagt Pfarrer Lothar Zühl.

Noch muss der Kirchenvorstand Hausaufgaben zu machen. Zwar wurden alle Arbeiten ausgeschrieben, "aber wir müssen noch an der Finanzierung arbeiten", sagt Zühl - ohne konkret Zahlen zu nennen. "Wir bekommen nicht alles gefördert."

Fakt ist, das Gerüst an den 52 Meter hohen Turm (mit Kreuz) stellt die Firma Gerüstbau Geier aus Greiz. Den Einbau der Läutetechnik übernimmt auf Empfehlung des sächsischen Landeskirchenamtes die Heidenauer Firma Glockenläute- und Elektroanlagen GmbH Thumsch. Von ihr wurde die Firma Bachert in Karlsruhe mit dem Gießen der vom Rößnitzer Peter Luban gestalteten Glocken beauftragt. Der Guss der Bronzeglocken soll im Juli geschehen, sagt Pfarrer Zühl.

Den neuen Glockenstuhl baut schließlich die Zimmerei Gefüge und Gefache aus Crimmitschau in den Turm ein. Als ehrenamtlichen Bauleiter haben der Kirchenvorstand und der Glockenausschuss der Laurentiuskirchgemeinde den Elsterberger Diplomingenieur Michael Kramer eingesetzt.

Die Kirchgemeinde hatte vor einiger Zeit eine Info-Schrift herausgegeben: Ersetzt werden drei Stahlgussglocken, die 1921 in Apolda gegossen wurden: Es handelt sich um die Taufglocke (oder kleine Glocke), die einst der Kammerrat Gustav Voigt stiftete. Sie trägt die Inschrift "Wandelt wie die Kinder des Lichtes". Die mittlere Glocke (oder Hochzeitsglocke), trägt die Inschrift "Sei getreu bis an den Tod". Frau Rittergutsbesitzerin Adler aus Coschütz hatte damals die Anschaffung finanziell ermöglicht (gestiftet). Bleibt die große Glocke (Begräbnisglocke): Ihre Inschrift lautet: "Aus der Tiefe ruf ich, Herr, zu dir. Die Herzen in die Höhe."

Eine kleine Geschichte rankt sich um die vierte Glocke im Elsterberger Kirchturm. Es ist die Bronzeglocke von 1523. Diese wurde aus der ehemaligen Schlosskapelle in die Kirche umgesetzt. Sie wird nur am Karfreitag zur Sterbestunde Jesu geläutet. 1921 sollte sie bei der Anschaffung der Stahlgussglocken mit abgegeben werden. Doch innerhalb von drei Tagen wurden 6725 Mark gesammelt und so konnte die heute fast 500 Jahre alte Glocke für die Nachwelt erhalten werden.