Glocken erinnern an ‘89

Vor 30 Jahren zogen die Plauener auf der ersten von 22 Samstagsdemos durch die Straßen. Plauen erinnert am Montag, 7. Oktober an diese mutige Demonstration, die erste der DDR, bei der die Staatsmacht zum Einlenken gezwungen war.

Plauen Mit dem Glockenläuten der Lutherkirche und der Begrüßung durch Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer wird das "Gedenken an die Ereignisse im Herbst ‘89 in Plauen" am Montag, 18 Uhr, am Wende-Denkmal eröffnet. Nach ihm wird der sächsische Ministerpräsidenten Michael Kretschmer die Rolle Plauens aus Sicht des Freistaates Sachsen würdigen.
Ehrengast an diesem Tag ist Bundespräsident a.D. Joachim Gauck, der ebenfalls das Wort an die Teilnehmer richtet, ehe Landesbischof Dr. Carsten Rentzing aus Dresden die damaligen Ereignisse aus Sicht der Kirche schildert. Und zum Abschluss spricht Zeitzeuge Wolfgang Sachs als Vorsitzender des Initiatorenkreises "Wende-Denkmal" über die Entstehung des Denkmals. Für schwungvolle musikalische Umrahmung sorgt Voko-Brass vom Vogtlandkonservatorium "Clara Wieck" unter Leitung von Jörg Leitz.
Danach bewegt sich der Zug der Teilnehmer zum Südportal der Lutherkirche. Traditionell können dort wieder Kerzen entzündet werden. Dank der Unterstützung des Freistaates Sachsen kann dieses Jahr ein einmaliges Projekt verwirklicht werden: An die Rathausfassade wird eine animierte 3D-Laser-Grafikshow projiziert, die die Ereignisse in Plauen 1989 wiedergibt. Ein Friedensgebet folgt in der Lutherkirche, sich eine Podiumsdiskussion der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen anschließt. In den vergangenen Tagen richtete sich das Interesse vieler im In- und Ausland übrigens auf Plauen. So reisten kürzlich zwölf Journalisten über die Deutsche Zentrale für Tourismus nach Plauen, um dort historische Wende-Orte kennenzulernen. Die weitgereisteste Journalistin kam übrigens aus Hongkong, war zu erfarhen.