Glocke klingt in Kottenheide

Kottenheide - Kottenheide, der Schönecker Ortsteil, hat ein Dorfzentrum bekommen. Noch ist es nicht komplett. Die "Feuertaufe" hat es aber bereits erfolgreich bestanden. Zum Jahreswechsel lud der Betreiber des Hotels "Haus am Ahorn", Mario Kautzsch, Urlauber und Einheimische zum neu geschaffenen Dorfplatz. Pünktlich um Mitternacht wurde das beginnende Jahr eingeläutet. Ganz zünftig mittels der Glocke, die den imposanten, neu errichteten Glockenturm ziert. Der Trum ist der kleinsten Bergschule nachempfunden, die einst in Kottenheide stand. Geschaffen hat die Gussglocke Claus Döhler aus Blauental. In seiner Glockengießerei nimmt derzeit auch ein Relief Gestalt an. Zentrale Gestalt wird ein vogtländischer Bergmann sein, wie er für die Gegend um Schöneck überliefert ist. "Er trägt eine lange Zipfelmütze und eine Erzschale über dem Kopf", verrät Ralf Seckel, der Leiter des Schönecker Stadtbauamtes. Überhaupt soll Historisches bei der Ausgestaltung des Dorfplatzes eine wichtige Rolle spielen. Heimatforscher Harald Bannert ging dafür in die Archive. In Druckvorbereitung sind unter anderem Erkenntnisse über den Erzbergbau. In zwei der drei Vitrinen werden hierzu Schautafeln gestaltet. In die dritten Schautafel finden Pläne mit Wanderwegen und das gut ausgebaute Loipennetz ihren Platz. Kottenheide ist idealer Ausgangspunkt für vielfältige touristische Aktivitäten. In gut einer Stunde Fußmarsch ist man direkt an der Vogtland-Arena. Bis zur Aschberger Jugendherberge sind es 12 Kilometer, zum IFA Ferienpark vier Kilometer. Bis zum Grünen Teich sind es sechs Kilometer, zum Schwarzen Teich 6,5 Kilometer und auch in Gunzen ist man nach 8 Kilometer Fußmarsch. Auch der Bergbau-Lehrpfad hat seinen Ursprung an der Wegspinne in Kottenheide und der Vogtland-Wanderweg. "Wir wollten Kottenheide aufwerten", verrät Bauamtsleiter Ralf Seckel. Geplant ist eine Bausumme von rund 73 000 Euro. Ob die beauftragte Summe gehalten wird, werde die Endabrechnung zeigen. Jetzt hat Ralf Seckel der bauausführenden Firma WTU (Weischlitzer Tiefbau und Umweltschutz) das Signal gegeben, die Restarbeiten am Dorfplatz ab 14. April in Angriff zu nehmen. "Spätestens Himmelfahrt soll der Dorfplatz den Bewohnern komplett zur Nutzung übergeben werden", ist Schönecks Bauamtsleiter Ralf Seckel optimistisch.  Marlies Dähn