Glasfassade wird montiert

Bis Ende des Monats soll die derzeit noch "offene Flanke" im Nordosten des Rathauses geschlossen sein. Dann werden die 192 Glaskacheln der schrägen Rathausfassade installiert sein. Im neuen Jahr wird dann das Gerüst an der Großbaustelle am Unteren Graben fallen.

Von Ingo Eckardt und Torsten Piontkowski

Plauen - Es gibt Neues von der Sanierung des Plauener Rathaus-Flügels. Einen Zwischenstand gab Axel Markert von der städtischen Gebäude- und Anlagenverwaltung am Montag. Und zwar aus gutem Grund: Seit Mitte letzter Woche erfolgt eine ganz zentrale Arbeit - die Installation der Glasfläche. Immerhin werden rund 320 Quadratmeter doppelwandiges Glas montiert.
"Das war doch ein wenig komplizierter als anfangs gedacht. Auf die vorhandenen Stahlträger musste ein ausgleichender Aufbau aufbracht werden, ein Glasaufnahmesystem, auf das die Scheiben aufgesetzt werden. 1,41 mal 1,17 Meter groß sind die Glaskacheln, eine jede wiegt immerhin 41 Kilo", sagt Projektleiter Markert. 24 Scheiben kommen in jede Reihe, acht Reihen müssen mit Glas verkleidet werden. Den Abschluss bilden dann Abdeckleisten aus Aluminium, die im Nachgang aufgebracht werden. Im Deckenbereich zwischen den Stockwerken werden eher bläuliche Fassaden-Blindfelder eingebaut, die aus beschichtetem Glas bestehen. Dahinter sorgt dann eine Dämmung für energetisch vernünftige Werte. "Wir mussten uns leider aus statischen Gründen für eine Doppelverglasung entscheiden, das bevorzugte Dreifach-Glas wäre einfach zu schwer gewesen", erklärt der Bauleiter. Im Gegensatz zu der früheren Situation werden auch die Seitengiebel verglast - mit etwas dunklerem Glas aus Sonnenschutzgründen. Zudem werden automatische Rollos innen angebracht, die segmentweise den Ratssaal verschatten werden.
In den oberen Stockwerken werden es wohl eher Vertikallamellen sein, die für schattiges Arbeiten sorgen. Spannend ist eine Veränderung, die nach der Sanierung erfolgen wird - die veränderte Reinigung. Ließ man früher einen Schlitten vom Dach an der Fassade herab, um die Reinigung zu bewerkstelligen, wird die Außenreinigung künftig von außen über Hubbühnen geschehen. "Wie oft gereinigt werden muss, wird sich zeigen", meint Markert, der sich hingegen bei einem heiklen Thema etwas schmallippiger gibt. Der ersten Firma, die die Verglasung übernehmen sollte, wurde der Vertrag gekündigt, nachdem die Arbeiten nicht voran kamen. "Hier liegen wir derzeit in einem Gerichtsverfahren. Dazu kann man nichts sagen", so Markert.
Statt der ursprünglichen guten Million Euro liegt die Verglasung nun bei einem Auftragswert von 1,43 Millionen Euro, also fast eine halbe Million mehr als geplant. In diesen Tagen geht es aber wenigstens voran auf der Großbaustelle - die Bauleute aus Bulgarien sorgen dafür, dass zum Jahresende die "Schotten dicht" sind am Nordwestflügel.
Am Nachmittag hatte Markert dann noch einmal Gelegenheit, die Mitglieder des Stadtbau- und Umweltausschusses auf den aktuellen Stand zu bringen. Er gehe davon aus, dass die Gesamtkosten von 12,4 Millionen Euro - davon sieben Millionen EuroFördermittel - "gehalten" werden können. Allerdings bleibe damit der Ausbau des Archivs im Keller zunächst auf der Strecke. Ein Verzicht auf das Einwohnermeldeamt, einen neuen Aufzug oder der Ausbau der Fraktionsebene hätten nicht zum gewünschten Spareffekt geführt, ergänzte er. Als bisherige "Preistreiber" nannte Markert größere Mengen Asbestbeseitigung, die Erneuerung der Abwasserleitungen im Keller und den Einbau zusätzlicher Trockenbauwände, da sich die bisherigen als nicht feuerfest erwiesen. Eine besondere Überraschung sei die Dachdämmung aus dem Jahre 1967 gewesen, bei der Plaste und Knüllpapier kreuzweise übereinander gelagert waren - dazwischen Luft. Markert ging davon aus, dass die Bauarbeiten bis März 2022 realisiert sind.