Glasfaser-Ausbau in Plauen beginnt Frühjahr 2019

Die Stadtwerke beginnen im Frühjahr 2019 in Plauen mit dem Glasfaserausbau. Schnelles Internet bis zu einem Gigabit pro Sekunde sind machbar.

Plauen - Kostenlose Glasfaseranschlüsse bis ins Haus bekommen all jene, deren Datengeschwindigkeit bei 30 Megabit/Sekunde endet - das Streamen von Filmen und Downloaden also mehr Tortour ist, als Genuss.

So sieht es das 100prozentige Förderprogramm aus Bund und Land vor. Für Plauen heißt das, dass vor allem die Bewohner in den peripheren Stadtteilen von dem kostenlosen Service profitieren: Die Chrieschwitzer und Kauschwitzer, Haselbrunner und Neundorfer, Preißelpöhler und Meßbacher. 3.680 Haushalte und 500 Gewerbeeinheiten erschließen die Stadtwerke bis 2020: Das sind 130 zu verlegende Kilometer an Glasfaser.

Beginnen werde man mit der Erschließung im Gewerbegebiet Oberlosa, so Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Kober. Wegen des wachsenden Gewerbes an diesem Standort, sei schnelles Internet da besonders dringlich. Die Stadtwerke haben den Zuschlag für den Glasfaserausbau in Plauen bekommen.

Zehn Millionen Euro wird er kosten - 30 Prozent der Kosten tragen die Stadtwerke. Geht das schnelle Internet an den Start, werden Mindestgeschwindigkeiten von 100 Megabit/Sekunde für Download und 50 Megabit für Uploads garantiert. Auch höhere Datengeschwindigkeiten - bis zu einem Gigabit/Sekunde (Download) und 500 Megabit (Upload) für Private und 10 Megabit für die Wirtschaft - können vom Kunden bei den Stadtwerken bestellt werden, die allerdings auch ihren Preis haben.

Kober glaubt allerdings nicht, dass der Durchschnittshaushalt ein Gigabit fürs häusliche Surfen durchs Netz benötige, ja, dass der Nutzer überhaupt jemals die vielfache Datengeschwindigkeit, die Glasfaser biete, ausreizen werde. "Glasfaser ist zukunftssicher und nachhaltig", so Peter Kober. Den sprichwörtlichen "Knall" schon vor Jahren gehört, hat der Plauener Stadtwerke-Chef wie deutschlandweit regionale Energieversorger ebenso: Wie viele Städte in Deutschland habe man nach eigenen Wegen gesucht, schnell zu Glasfaser zu kommen, wollte nicht warten, ehe große Telekommunikationsunternehmen nachziehen und sich endlich vom Kupferkabel trennen.

2016 haben die Plauener Stadtwerke schon 22.000 Plauener Haushalte, vorwiegend in der Innenstadt, mit Glasfaserkabel (100 MB download/ 40 MB upload) ausgestattet. Bleibt noch der Teil der Haushalte (Zahlen liegen hier nicht vor), die weder 2016 noch ab 2019 in den Genuss des Ausbaus rutschen: Sie werden vom jetzigen Bund-Länder-Breitbandförderprogramm nicht berücksichtigt, weil ihre Datengeschwindigkeit bereits über 30 Megabit/ Sekunde liegt. Kober hofft jedoch, dass weitere Förderprogramme folgen und Lücken geschlossen werden. Das könne zehn Jahre dauern, vielleicht auch länger, prognostiziert der Stadtwerke-Chef mit Blick auf die Region und ganz Deutschland vorsichtig.

Wer nun im Förderprogramm drin ist, kann sich freuen: Dreiviertel der Anschlüsse werden direkt am Anschluss in der Wohnung (Eigenheim) enden, ein Viertel am Haus. Verlegt werden kann nach konventioneller Art durch Straße-Aufgraben mittels Bagger sowie durch sogenanntes Trenching-Verfahren, bei dem das Glasfaser in die Rohre eingeblasen wird. Umfangreiche Bauarbeiten unterbleiben so. Ab Herbst will man die Bürger informieren, es wird Infoversammlungen geben. Cornelia Henze