Ging Kretschmer gern zur Schule?

Aufgeregt und mit einem Herzschlag, der bis in den Hals reichte, saßen die vier Schülerinnen und Schüler der Dittes Grundschule Plauen, Lea Bär, Lilli Ramisch, Elli Hausmann und Paul Koch, unter den Gästen des Neujahrsempfanges der vogtländischen CDU.

Von Gabi Kertscher

Plauen - Sie wussten, dass sie als Vertreter der Redaktion der "Dittes News" auf die Bühne sollten und Ministerpräsident Michael Kretschmer begrüßen und befragen durften. In ihrer letzten Redaktionssitzung vor dem 14. Januar hatten sie sich Fragen überlegt und aufgeschrieben. "Ich vergesse alles, wenn ich aufgeregt bin"" und "Was mache ich, wenn mir nichts mehr einfällt?" - die Viertklässler hatten sich echt Gedanken gemacht. Ihre Fragen drehten sich um Schule und Bildung. Lilli wollte wissen, ob Michael Kretschmer gern zur Schule gegangen sei und ob er für die Abschaffung der Kopfnoten sei. Der Politiker antwortete ehrlich: "So lala, aber wir waren viele Freunde." Die Kopfnoten sollen beibehalten werden, auch wenn seine beiden Söhne anderer Meinung sind.
Elli fragte nach, ob eine gemeinsame Schule von der 1. bis zur 10. Klasse geplant sei und erfuhr, dass dem nicht so ist. Die Bildungsstände seien zu unterschiedlich, "Es ist erst einmal wichtig, alle Lehrerstellen wieder zu besetzen." "Bekommen bald auch Grundschulen Tablet und Internet in die Schulen?", hatte sich Lea als Frage überlegt. Jetzt bekomme jede Schule Glasfaserkabel und WLAN. "Danach reden wir über Tablets." Michael Kretschmar wollte von den Kindern wissen, ob jeder ein Handy habe. Sein Sohn, ebenfalls in der 4. Klasse, wünsche sich eins. Als Vater sei er nicht begeistert und möchte es ihm ausreden.
Er staunte, dass die vier 10-jährigen bereits im Besitz eines Smartphons sind und auch ihre Freunde Handys haben. Paul interessierte sich für eventuell kostenfreie Kindergartenplätze, Schulspeisung und Fahrten zur Schule. Man könne den Euro nur einmal ausgeben und setze mehr auf Qualität in den Einrichtungen.
Die Frage nach den Fahrten gab Kretschmer an den Landrat und den Kreisrat weiter. "Für die Schülerbeförderung ist der Landkreis zuständig" und als Ministerpräsident möchte er sich nicht einmischen. Michael Kretschmer beantwortete die Fragen ohne Umschweife und für Kinder verständlich. Die vier Grundschüler werden in ihrer nächsten Ausgabe der Dittes News über ihr Gespräch mit dem Ministerpräsidenten berichten.
Von den meisten anwesenden Erwachsenen wurden sie gelobt und erhielten Beifall für ihre Fragen. Es sei ein erfrischender und informativer Programmpunkt gewesen.