"Gigantische Erlebnisse"

Sie haben es geschafft, sie sind wieder da - und sammelten fast 2000 Euro für zwei vogtländische Vereine. Die Plauener Sven Knorr und Torsten Schad sind von der Rallye "Baltic Sea Circle 2019" heimgekehrt - mit vielen Eindrücken und Erinnerungen im Gepäck.

Von Mario Wild

Plauen - Was für ein heißer Empfang - im wahrsten Sinne des Wortes: Als die beiden Rallye-Piloten Sven Knorr und Torsten Schad wieder in Plauen ankamen, hatte die Hitzewelle das Vogtland fest im Griff. Da ist es (vielleicht) kein Wunder, dass das Duo die vier Grad Celsius vermisste, die einige Tage zuvor noch im russischen Murmansk geherrscht hatten.
7500 Kilometer absolvierten die Plauener in 16 Tagen bei der Rallye rund um die Ostsee - ohne Navi und GPS. 
Rund 280 Teams gingen bei der diesjährigen Auflage an den Start - die meisten erreichten auch wieder den Zielort Hamburg. Aber für etwa ein halbes Dutzend Fahrzeuge war im hohen Norden Europas Endstation. Als robust genug erwies sich der 20 Jahre alte Mercedes der Plauener. Probleme gab es lediglich mit einer Sicherung, die gleich mehrmals gewechselt werden musste, so Torsten Schad. "Ich habe die Teilnahme keine Sekunde bereut, von den Eindrücken werde ich noch lange zehren", ist er sich sicher.
Dazu zählen nicht nur die zahlreichen Begegnungen mit anderen Fahrern und Einheimischen, sondern auch die "gigantischen" Landschaftserlebnisse. Sei es die Tundra, wo es zwar nur alle 200 Kilometer eine Stadt gibt, dafür aber insgesamt rund 66 000 Seen. "Beeindruckend" so Schad - genauso wie die weißen Nächte in Lappland und St. Petersburg. "Die russische Millionenstadt mit ihren gefühlt eine Million Touristen ist der Wahnsinn", so der dreifache Familienvater. Als größte Herausforderung im Vorfeld betrachteten die Plauener das berüchtigte Prozedere an der russischen Grenze. "Wir hatten aber noch Glück gehabt. Nach zwei Stunden war alles vorbei. Das hat bei einigen anderen Teams bei weitem länger gedauert", so Schad. 
Das beeindruckendste Erfahrung war für Schad indes das wilde Camping an einem Fjord in Lappland - inklusive der nie untergehende Sonne. "Das habe ich noch nie erlebt", so der Plauener. 
Die eher kühlen Temperaturen machten Schad nichts aus. Dass er hart im Nehmen ist, bewies er unter anderem bei einem Bad im Eismeer. Hart im Nehmen musste das Duo indes auch bei einer anderen Gelegenheit sein. Dass es Bußgelder in Norwegen in sich haben - auch dieser Beweis wurde unfreiwillig angetreten. Mit 92 statt 80 Stundenkilometer waren die Vogtländer einmal unterwegs - das machte stolze 340 Euro. Ganz ohne zu schnell zu fahren, haben die beiden es geschafft, an einem Tag in gleich drei Ländern zu sein. Früh in Estland, dann wurde in der lettischen Hauptstadt Riga ein Freund von Sven Knorr besucht, der ein kleines Wodka-Museum beherbergt. Am Abend waren die Vogtländer dann bereits in Litauen - in Kaunas - angekommen. 
Sven Knorr und Torsten Schad sind erstmals gemeinsam auf Tour gewesen. Ging man sich dabei irgendwann mal auf die Nerven? Ein klares "Nein" lautet die prompte Antwort von Schad. Alles sei entspannt verlaufen - auch deswegen, weil sich das Duo beim Fahren abwechselte. 
Für Knorr war die diesjährige Rallye quasi das Warm-up für mehr - im kommenden Jahr soll es gar bis nach Wladiwostok (und zurück) gehen - und das innerhalb von 40 Tagen. Schad plant heuer noch eine kleinere Offroad-Tour - Ende August/Anfang September in den Karpaten. Doch zunächst ist erstmals Sommerurlaub angesagt - dieser wird in der Heimat, im Bungalow an der Talsperre Pöhl verbracht. 
Gefreut über die Rückkehr haben sich nicht nur Familie und Freunde - sondern auch zwei vogtländische Vereine: Der Vital Verein für Teilhabe und aktives Leben sowie die Jumi Kinderhilfe. Die Plauener hatten zum Spenden aufgerufen - und 1870 Euro kamen zusammen. "Vielen Dank an alle Unterstützer", bedanken sich die daheim angekommenen Weltenbummler. Die nächsten Abenteuer warten aber schon.