Gewerbeflächen Mangelware

Das gewichtige Dokument befasst sich mit der Gewerbeflächenentwicklung in Plauen und beleuchtet diese aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln. Dennoch hatten die Mitglieder des Stadtbau- und Umwelt- sowie des Wirtschaftsausschusses nach der Präsentation nur wenig Fragen.

Von Torsten Piontkowski

Plauen Vermutlich handelte es sich weniger um Desinteresse als an der Art der Präsentation, die deutlich die Handschrift von Wissenschaftlern, zumindest aber ausgewiesenen Experten der Materie trug. Erstellt vom Büro Dr. Donato Acocella, das hinsichtlich der Analyse von Stadt- und Regionalentwicklung schon zahlreiche "Spuren" in deutschen Kommunen hinterlassen hat, erforderte die Präsentation einige Bereitschaft, sich mit den fachspezifischen Abkürzungen vertraut zu machen. Nichtsdestotrotz eine Statistik, aus der sich für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt viel herauslesen lässt. Zunächst stellte Peter Helbig vom Büro Acocello den Ist-Zustand der Gewerbeflächen dar. Deren Auslastung beträgt mittlerweile 95 Prozent, insgesamt handelt es sich um rund 1,2 Millionen Quadratmeter. Einige freie Flächen weisen noch die Gewerbegebiete Kauschwitz und Reusa aus.
Baubürgermeistern Kerstin Wolf wies darauf hin, dass sich ein großer Teil der Ankaufsflächen bereits in städtischem Eigentum befindet. Was bei beiden Gebieten bisher fehle, sei das Bauplanungsrecht. Lediglich Flächen an der Hammer- und der Pausaer Straße befinden sich noch nicht in kommunalem Eigentum. Wolf fügte an, dass hinsichtlich des Flächenbedarfs ein guter Kontakt zum Vogtlandkreis bestehe.
Das verarbeitende Gewerbe weise in Plauen mit 18 Prozent einen niedrigeren Wert aus als im Durchschnitt des Freistaates (22 Prozent). Dies, so Helbig, resultiere aus Umstrukturieren und den Insolvenzen von drei großen, überregional agierenden Betrieben. Im Bereich "sonstiger Dienstleistungen" liegt die Spitzenstadt mit 37 Prozent sechs Punkte über dem sächsischen Wert. Andererseits haben besagte Insolvenzen keine Beschäftigtenrückgänge zur Folge - zwar fielen im verarbeitenden Gewerbe in den vergangenen zehn Jahren rund 1000 Jobs weg, andererseits wurde diese Zahl von anderen Branchen kompensiert.
Deutlich positiver als von manchem erwartet, hat sich seit 2010 auch der Arbeitsmarkt in Plauen. Die Zahl der Arbeitslosen sank im betreffenden Zeitraum um 45 Prozent. Interessant auch vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Ausstrahlung der Plauener Gewerbeflächen: Mit 43 Prozent ist die Zahl der Plauener Auspendler in andere Landkreise deutlich geringer als im Bundesdurschnitt.
An der Befragung hatten sich 30 Prozent der kontaktierten Unternehmen beteiligt, die sich auch zu den Stärken und Defiziten des Standortes allgemein äußern sollten. Am häufigsten in der Kritik stand die Versorgung mit schnellem Internet, aber auch aus der Demografie resultierende Probleme. Als überwiegend positiv bewerteten die Unternehmen das Image der Stadt, die Verkehrsanbindungen sowie die Preise, einschließlich Gewerbesteuern.