Gettengrüner Petersilie im Höhenrausch

Auf ihrem über einen Hektar großen Grundstück in Gettengrün haben Viola und Walter Künzel so alles, was der Mensch zum Leben auf dem Lande braucht: Liebevoll betreiben sie ihren Bauernhof mit Kälbchen, Pferden, Hühnern, Hasen, Schweinen und Schafen.

 

Und auch vielerlei, von Kraut und Bohnen über Kohlrabi und Zucchini sowie Mais und Kartoffeln gedeiht wunderbar im Garten ihres Hofes. Ganz besonders erstaunt ist Familie Künzel in diesem Jahr aber über eine Petersilienpflanze wie es sie nicht jeden Tag zu sehen gibt: Über 40 Zentimeter hoch wächst der würzige Doldenblütler mit reichlich handtellergroßen krausen Kronenblättern. "Das hatten wir so noch nie", meint Viola Künzel und freut sich mit ihrer Familie über das rekordverdächtige üppige Küchenkraut.

Ob es nun die fruchtbare Gettengrüner Erde oder ganz einfach eine Laune der Natur ist, kann auch sie nicht beantworten. "Vielleicht liegt es an den Hornspänen", vermuten die Künzels. Der natürliche Biodünger aus Hornmehl von Rinderhörnern wird am leichtesten vom Boden aufgenommen und wirkt so auch am schnellsten.

"Jedenfalls ist es zum ersten Mal, dass drei kleine Petersilienpflanzen vom Gärtner, die ich Anfang Juni gepflanzt habe, so groß werden", berichtet Viola Künzel. Auch geschmacklich ist die Petersilie vom Feinsten, fehlt nun an keiner Mahlzeit mehr und verführt auch die fünfjährige Anka beim Spielen im Garten häufig zum Naschen.

 

"Einen Teil werde ich auch einfrieren, damit auch im Winter noch was vorrätig ist", ergänzt die Hausfrau. Die Petersilie kommt wildwachsend im Mittelmeergebiet und auf den Kanaren vor. In Mitteleuropa wurde die Pflanze zunächst als Heilkraut in mittelalterlichen Klöstern angebaut und wurde daraufhin auch in der Küche eingesetzt. Die Petersilie erreicht Wuchshöhen von 30 und selten bis 90 und sogar 100 Zentimeter. So gesehen ist das Gettengrüner Suppengrün wahrlich schon rekordverdächtig.  Steffen Adler