Gett ertastet Nischen mit Erfolg

Indukey-Tastaturen aus dem Hause Gett finden sich in Industriebetrieben, Krankenhäusern oder bei mobilen Polizeikontrollen. Ob als Silikon-, Flacheingabe-, Langhub-, Folien- oder Glastastatur - die Treuener Erzeugnisse sind weltweit im Einsatz.

Treuen - Bei Gett gett's voran, könnte man es Vogtländisch auf den Punkt bringen, was seit 16 Jahren bei der Gerätetechnik GmbH passiert: Wachsende Mitarbeiterzahlen, steigender Umsatz und die Erweiterung der Produktionsfläche sprechen dafür. Davon wollte sich gestern auch der sächsische FDP-Wirtschaftspolitiker Torsten Herbst ein Bild machen, als er auf seiner Sommertour gemeinsam mit dem vogtländischen FDP-Kreisrat Martin Treeck das Unternehmen besuchte.

Bei einem Rundgang durch die Firma schilderte Geschäftsführer Erwin Götzl, der seit drei Jahren die Firma zusammen mit dem Gründer und geschäftsführenden Gesellschafter Tobias Möckel leitet, die Entwicklung des Hauses, das sich mit seinen Erzeugnissen auf innovative Dateneingabesysteme spezialisiert hat. Inzwischen habe sich Gett in Treuen laut Götzl zum breitest aufgestellten Industrietastaturenhersteller Europas entwickelt. "Wir sind bei den größten Distributoren gelistet und sind stolz darauf", sagte Götzl. 50 Partner weltweit würden die Produkte, die unter dem Namen der Gett-Tochter Indukey vertrieben würden, handeln. Stärkster internationaler Abnehmer sei Russland, gefolgt von Frankreich, England und Spanien. "Wir wollen im Export noch weiter zulegen", sagte der Geschäftsführer und nannte Saudi-Arabien, das großes Interesse an Tastaturen für den medizinischen Bereich zeige. "Wir haben da unter anderem ein Patent auf eine Tastatur für den Vielschreiberbereich in der Medizintechnik", sagte Götzl, "für die wir eine Silikonmatte entwickelt haben".

Überhaupt werde Entwicklung groß geschrieben. "Nur mit Produkten, die individuellen Wünschen der Kunden entsprechen, können wir uns am Markt erfolgreich halten", so Götzl. "Das ist auch der Grund, weshalb die Auswirkungen der Krise für uns vergleichsweise gering waren. Im Gegenteil: 2008 und 2010 haben wir die Produktionsfläche erweitert und weiteres Personal eingestellt. Jetzt merken wir, dass es erneut eng wird", erzählt der Geschäftsführer. 150 Mitarbeiter sind am Treuener Standort beschäftigt. Hinzu kämen rund 40 im chinesischen Guangzhou, wo im Tochterunternehmen Serien mit großen Stückzahlen hergestellt werden. "Alles, was wir in Treuen produzieren können, machen wir hier, denn auch in China haben sich die Kosten verteuert."

Rund 1500 Einzelartikel vertreibt Gett als Standardartikel, etwa Dreiviertel davon stellt die Treuener Indukey-Produktion selbst her. Neben diesem Unternehmensbereich "Standardprodukte" macht ein weiteres Umsatzdrittel die Fertigung auf individuellen Kundenwunsch aus. Zu einem weiteren Drittel lassen bei Gett Unternehmen unter ihrem eigenen Namen produzieren. Größter Kunde dabei sei Siemens. Das Treuener Unternehmen handele auch im geringeren Teil mit Fremderzeugnissen, so bekomme ein Kunde alles aus einer Hand, begründet Götzl. Der Umsatz sei von zwölf Millionen Euro im Jahr 2009 auf 16,2 Millionen im abgelaufen Geschäftsjahr gestiegen.

Beim internationalen Distributoren -Treffen am 6. September soll laut Marketingchef Martin Schikora das neue Indukey-Trainingcenter eingeweiht werden. In diesem soll ein Kompetenzzentrum mit Schulungsraum entstehen, sagte Schikora, der zu Jahresbeginn nach Stationen bei Planungsspezialist Helfrecht und der Rehau AG nach Treuen kam. Er plant auch, die Qualitätsmarke Indukey einheitlich und werbewirksam auf die Produkte zu bringen. Auch das Qualitätssiegel "Made in Treuen" soll in der Unternehmenskommunikation noch deutlicher herausgearbeitet werden. "Bis dato haben wir das nur in Einzelfällen getan. Das muss sich ändern. Andere werben auch ordentlich mit ihrem Produkt. Und wir müssen uns nicht verstecken."