Gett aus Treuen punktet hygienisch

Die Gett in Treuen ist mit ihrer hochmodernen Bedientechnik aus der Industrie und der Medizin nicht mehr wegzudenken. Jeder zweite Kunde wünscht sich inzwischen Tastaturen mit Glasoberfläche. Aber auch die traditionellen Eingabesysteme sind weltweit begehrt.

Treuen - Von vollen Auftragsbüchern, einem gestiegenen Umsatz und von der Suche nach weiteren Mitarbeitern spricht Pierre Beer, der sich mit Steve Möckel und Tino Pietzsch die Leitung der Gett-Unternehmensgruppe teilt. Vor drei Jahren haben die drei Geschäftsführer das Flaggschiff übernommen und steuern es seit dem erfolgreich durch den Weltmarkt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erwirtschafteten die 165 Mitarbeiter in Treuen laut Möckel einen Umsatz von 15,6 Millionen Euro, was eine Steigerung um acht Prozent zum Vorjahr bedeute.

Neben dem Standort im Vogtland hat die Gett-Gruppe noch drei weitere: Einen seit drei Jahren in Hongkong für die Teilebeschaffung und den asiatisch- pazifischen Markt - "auf dem wir noch zulegen wollen", so Beer - und einen in Amerika.

Von Houston aus soll der nord- und südamerikanische Raum "erobert" werden. "Texas hat eine Menge Industrie und mit der 130.000 Mitarbeiter zählenden Medical City, in der sich 40 Kliniken zusammengeschlossen haben, einen super Ausgangspunkt", erklärt Beer den Umzug aus New Jersey. Auch in China gibt es noch einen Standort, allerdings sei die Zeit der Serienfertigung dort vorbei. "An allen Standorten zusammen haben wir rund 180 Mitarbeiter, das zeigt den Stellenwert von Treuen", betont Möckel.

"Gett ist einer der führenden Anbieter für professionelle Bedientechnik ?Made in Germany?", sagt Beer und verweist auf die beiden Geschäftsfelder Standardprodukte sowie kundenspezifische Lösungen. "Unser Portfolio reicht vom mechanischen Tastenfeld bis hin zum kompletten Touchpanel im Gehäuse", erklärt der 35-Jährige. Sehr stark nachgefragt seien Tastaturen mit Glasoberfläche.

"Fast jeder zweite Kunde vor allem im Bereich Medizin bestellt so ein Eingabesystem. Im Frühjahr bringen wir eine kabellose Variante davon auf den Markt", so Beer. Ein Drittel der Aufträge allerdings beträfe weiterhin Standardprodukte, also vorrangig gebrauchsfertige Dateneingabegeräte für die Industrie.

Mehr als 60.000 Standardprodukte von der Mouse bis zur Tastatur würden jährlich gefertigt. Um mit der schnellen Entwicklung Schritt halten zu können, sei das Entwicklungsteam gestärkt worden. Gleichzeitig freue man sich laut Beer über die Mitgliedschaft in einem Forschungsprojekt des Bundes, bei dem auch Kooperationspartner TU Dresden mitwirke. Dabei gehe es darum, virtuelle Objekte anfassbar zu machen. "Der spätere Einsatz ist von Chirurgie bis Museum möglich", blickt Beer in die Zukunft.

Auch in die Fertigung sei ein sechsstelliger Euro-Betrag investiert worden, und gerade in diesem Bereich würden weitere qualifizierte Mitarbeiter gesucht. Gett sei laut Beer auf Wachstumskurs im Großkundenund Projektgeschäft. Der weltweite Trend an der Benutzerschnittstelle von Mensch und Maschine gehe von Touch- zu Sprachbedienung, sind sich die Geschäftsführer einig. Bis 2040 würden die Bediener nur noch mit dem System sprechen. Derzeit sei der Wandel von mechanischer Tastatur zu Touchscreen im vollen Gange.

Nur durch konsequente Marktausrichtung habe sich Gett zum marktführenden herstellerübergreifenden Anbieter für Dateneingabegeräte entwickelt, so Beer. Das verlange nicht nur ständige Marktanalyse, sondern auch ein großes Pensum an Schulung und Weiterbildung. "In unserem weltweiten Vertrieb arbeiten wir mit externen Partnern zusammen, die natürlich immer auf dem neusten Stand sein müssen. Wir bevorzugen dabei, dass die Schulungen hier bei uns in Nachbarschaft der Fertigung stattfinden. Deshalb ist in Treuen ständig ein internationales Kommen und Gehen", sagt Beer.

Aber auch die eigenen Mitarbeiter würden sich regelmäßig weiterbilden. Seit mittlerweile 20 Jahre ist Gett in Treuen zu Hause und hat sich über diese Zeit nicht nur bei der Anzahl der Produkte und der Mitarbeiter entwickelt. Der Altersdurchschnitt im Unternehmen liegt bei unter 40 Jahre, die Mehrzahl sind Frauen.

Jährlich absolvieren zwei bis drei Studenten der Studienakademie Plauen bei Gett ihre Berufsausbildung und habe sehr gute Übernahmechancen. Und auch beim kürzlichen Bewerbertag haben sich laut Beer rund 160 Leute umgeschaut. Bei soviel Interesse muss es doch dem Unternehmen nicht bange sein ...