Gestyltes "Aschenputtel" in der Plauener Festhalle

 

Wenn es ein Märchen gibt das gerade zu prädestiniert für Weihnachten ist, dann wohl "Aschenputtel". Die Geschichte von einem Mädchen, das von der Leibeigenen der Stiefmutter zur wunderschönen Prinzessin wird, fasziniert kleine und große "Mädchen" gleichermaßen.

 

Wohl auch deshalb war in dieser Woche die Plauener Festhalle voller Mütter und Töchter, die wenige Tage vor Heiligabend noch einen verträumten Abstecher in die Märchenwelt machen wollten. "Aschenputtel - Das Musical" inszeniert vom Theater Liberi ließ aber nicht die gewohnte Romantik aufkommen, sondern wirkte eher etwas schriller. Schnelle Musik mit modernen Texten machte es besonders den Kleineren schwer, mitzukommen. In Anlehnung an den Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" fanden sich nicht nur Szenen, sondern auch Elemente der Kleider wieder. Eine Stiefmutter im gleichen Alter der beiden Töchter versetzte in die Jetzt-Zeit.

 

Die "böse" Stiefschwester ähnelte einem rosa-roten Wackeldackel und brachte mit unkoordinierten Bewegungen die Zuschauer zum Lachen. Einzig Aschenputtel wirkte anmutig. Ein Schneider der eher wie ein RTL-entsprungener Stylist wirkte, hübschte die Damen für Prinz Felix auf. Dieser hatte gar keine Lust, auf Brautschau zu gehen und ließ schon nach einer Stunde das Licht löschen und schickte die Zuschauer nach Hause. Im letzten Moment überlegte er es sich doch noch anders und hatte Glück, dass sich alle nach der Pause wieder auf ihren Plätzen einfanden.

 

Die Bühne war ein Meer aus weißer Leinwand. Ein Spiel aus Licht- und Schatteneffekten spiegelte Ort und Geschehen wider. Immer wieder kehrende Melodien brachten dann doch noch die Füßchen der vielen Möchte-Gern-Prinzessinen zum Wippen.

 

Von Stefanie Rössel