Gespenstische Stille in den Hotels

Auch in der Plauener Gastronomie und Hotellerie beherrscht die Corona-Krise das Geschehen. Der Umsatz bricht ein, die Reserven werden knapp, Zusammenhalten und sich was einfallen lassen - heißt das Gebot der Stunde. Und natürlich hoffen auch die in der Gastronomie Betroffenen, dass die Politik schnell und unbürokratisch hilft.

Von Frank Blenz

Plauen Abgesagt, eingeschränkt, verboten - die professionellen Gastgeber Plauens sehen sich - wie viele andere Branchen auch - mit einer bisher nicht dagewesenen Situation konfrontiert.
Im Park-Hotel Plauen an der Rädelstraße herrscht beängstigende Ruhe, die Zimmer sind frei, das Restaurant auch, selbst das Außerhausgeschäft - es ruht. "Wir sind mit dem März fast durch, der ist sozusagen geschafft und bezahlt, aber was danach kommt: Fragezeichen", sagt Hotelchef Udo Gnüchtel. "Nur gut, dass wir ein gut funktionierendes, kleines Team sind. Ich bin froh, dass ich meine Leute habe, die Verständnis aufbringen. Trotzdem muss und will ich für sie da sein, denn deren Kosten laufen wie meine auch weiter - Mieten, Raten, Lebenshaltung", so der Hotelier. Sich was einfallen lassen, nicht warten, agieren, statt reagieren - das macht Gnüchtel und geht zur Hausbank, vor allem weil er in die da "oben" nicht allzuviel Vertrauen setzt. Zu spät, diese Einschätzung ist in diesen Tagen öfters zu hören, zu spät wird reagiert, zögerlich und abwartend, frei nach der Devise, es wird schon nicht so schlimm werden. Diesen Eindruck hat zumindest Gnüchtel. "Bei uns ist es aber schon sehr spät, wir hören Lippenbekenntnisse aus der Politik und kein Handeln", kritisiert der Gastronom.. Was die Hausbank gerade anbietet, sei, so Gnüchtel, den Kontokorrentrahmen zu erweitern. Es ginge aber um Ausfallgeld und echte Hilfen. Dass er ab 1. April Kurzarbeit beantragt hat, ist für das Park Hotel eine weitere Maßnahme zur Sicherung des Betriebs.
In der kleinen Pension Valeria an der Dobenaustraße passt die Juniorchefin und Namensgeberin Valeria Vacek Flores seit Wochen auf den Betrieb auf. "Das war gar nicht so geplant, meine Mama ist gerade in der Heimat in Mittelamerika. Ich weiß gar nicht, ob sie so schnell zurück kommen kann und wie es dann weiter geht. Ich vertrete sie, ich muss aber noch meine Ausbildung weitermachen, eine Freundin von uns pflegt die Buchhaltung. Aber ich muss sagen, unser Haus ist leer." Valeria hofft, dass diese gespenstische Phase bald vorbei ist und alle wieder aufatmen können und die wirtschaftliche Existenz nicht kaputt geht.
Im Hotel Alexandra an der Bahnhofstraße herrscht ebenfalls Stille. "Wir sind von 100 auf 0 runter, das ist so noch nie geschehen", sagt Hotelchefin Alexandra Glied. Vergangenes Wochenende sei das Hotel eigentlich absolut ausgebucht gewesen. "Alles storniert", so Herbergsleiterin Glied. Nur noch wenige Gäste die Woche über zählte sie. "Wir haben noch auf im gesetzlichen Rahmen und bieten jetzt auch außer Haus Essen und einen Lieferdienst an", sagt die Plauenerin.
Bei einer Teamversammlung wurde die Lage offen und ernst besprochen. Die Chefin: "Wir müssen zusammenhalten, Solidarität ist jetzt wichtig." Und ein ganz wichtiger Satz fällt noch: "Es wird niemand entlassen."