Gesellen erhalten ihre Briefe

20 junge Handwerker der Gewerke Anlagenmechanik, Elektronik und Mechatronik haben am Wochenende bei einer Feierstunde im Saal der Sparkasse Vogtland am Komturhof Plauen ihre Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe erhalten.

Von Frank Blenz

Plauen - Es hat bei der Kreishandwerkerschaft Vogtland in Kooperation mit der Handwerkskammer Chemnitz schon Tradition, stets nach den abgeschlossenen Ausbildungen (nach dreieinhalb Jahren für die Absolventen) und erfolgreicher Prüfung den Gesellen in einem festlichen Rahmen die Briefe und Prüfungszeugnisse zu überreichen. Eltern, Freunde, Ausbilder, Vertreter der Ausbildungsbetriebe, Kommunalpolitiker und die Medien sind wie auch am Wochenende zugegen, wenn die jungen Leute aus einem Lebensabschnitt verabschiedet, also freigesprochen werden und ihnen Glück für den neuen gewünscht wird. 
Die Grußworte der Gratulanten brachten dabei stets einen Tenor den frisch gebackenen Gesellen nahe: Das Handwerk ist wichtig, auch wenn Digitalisierung und Modernisierung und Automatisierung und Rationalisierung viele Menschen verunsicherten. Handwerksarbeit werde auch zukünftig unverzichtbar sein und gebraucht. Die Leistungen der Gesellen wurden gewürdigt und es wurde offenbar, dass alle nun freigesprochenen, neuen Fachleute sehr gute Perspektiven in der Region haben. So wie auch der zur Veranstaltung extra ausgezeichnete Geselle Florian Müller, der den Beruf des Elektronikers erlernte. 
Florian Müller hat seinen Beruf im Praxisbetrieb Elektroanlagenbau Kessel und Georgi in Heinsdorfergrund erlernt. "Meine Schule war das Berufsschulzentrum e.o.plauen in Plauen", berichtete der 21-Jährige, der nach der Gesellenbriefübergabe sichtlich froh drein schaute und sogleich von seinem Meister Marcus Kessel herzlich gedrückt und beglückwünscht wurde. "Gut gemacht Junge, Danke und alles Gute Dir", sagte der Meister, den sein nun ehemaliger Lehrling sehr schätzt. "Ich habe viel gelernt bei ihm, ich konnte in jeden Bereich reinschauen, es war sehr vielseitig, praxisnah, ich habe viel gelernt. Und beim Chef hatte man nie das Gefühl, dass das jetzt der Chef ist, es war, als wäre ein guter Freund stets dabei", so der junge Elektroniker. 
Meister Kessel lobte den Sprössling: "Er hat immer sehr gut mitgemacht und sehr gute Leistungen geboten." Mit der umfangreichen, guten theoretischen Ausbildung in Plauen hat sich Florian Müller ein umfassendes Wissen aneignen können.
 Dass Florian Müller diesen Beruf ergriffen hat, habe etwas mit der Familie zu tun. Schon der Vater hat sich für diesen Bereich entschieden. "Mein Vater Michael hat eine eigene Elektrofirma", verriet der Sohn, der nach der Ausbildung sogleich von der Firma Kessel und Georgi übernommen wurde. "Mal sehen wo die Reise hingeht. Es gibt mehrere Möglichkeiten. Ich plane an und für sich, dass ich meinen Meister mache, das soll bis 2025 über die Bühne gegangen sein. Bei Kessel und Georgi bin ich weiterhin gern, es gibt auch noch die Variante, dass ich bei meinem Vater mitmache", blickte der junge Bursche, der in seiner Freizeit ebenfalls vielseitig aufgestellt ist (Fußball, Angeln, Freiwillige Feuerwehr) voller Optimismus voraus. Florian Müller verriet auch, dass er seine Entscheidung nicht bereut hat, sich statt zu studieren (Elektrotechnik) für den direkten Weg zum Handwerk, in die Praxis zu entscheiden.