Gericht sagt "Nein" zu Globus-Plänen

Die Entscheidung fiel schnell - und gleich vor Ort: Das Verwaltungsgericht Chemnitz lehnt die Pläne einer Investorengruppe zur Erweiterung des Globusmarktes ab.

 

Wo jetzt noch eine alte ungenutzte Lagerhalle ihr Dasein fristet, sollte eigentlich ein Neubau entstehen - als neue Heimat für den Globus-Baumarkt und ein Selbstbedienungsrestaurant. So sehen es jedenfalls die Pläne einer Investorengruppe (Firmensitz ist Luxemburg) vor. Der jetzige Standort des Baumarktes sollte mittelfristig umgestaltet werden und neue Geschäfte angesiedelt werden. Doch daraus wird (vorerst) nichts.

Bei der anvisierten Fläche für den Erweiterungsbau in der Nähe des Kreisverkehrs "handelt es sich um einen Außenbereich, indem nicht gebaut werden darf", sagt Johannes Wagner, Pressesprecher des Chemnitzer Verwaltungsgerichts gestern auf Anfrage. "Die ausführliche schriftliche Begründung des Urteils steht noch aus. Nach Erhalt haben die Kläger dann einen Monat Zeit, Berufung einzulegen", so Wagner über das weitere Prozedere. Dann müsste sich das Oberverwaltungsgericht in Bautzen mit dieser Angelegenheit befassen wird.

 

Prüfung des Urteils

 

"Wir werden erst einmal die Begründung sorgfältig prüfen und dann entscheiden", so Hans Stuckert, Sprecher der Investorengruppe. "Wir waren doch sehr erstaunt über das Urteil des Verwaltungsgerichts", fügt er hinzu. Schließlich habe vor acht Jahren die gleiche Kammer beim damaligen Eigentümer anders entschieden. Eile sei keine geboten - die Zeit dränge nicht - "schließlich handelt es sich laut Stuckert um Pläne, die "erst in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden sollen". Falsch ist es seiner Meinung nach von einer Erweiterung der Verkaufsfläche zu versprechen - dies stimme so nicht. In den frei werdenden Flächen am jetzigen Baumarktstandort solle lediglich die Branchenvielfalt vergrößert werden, "um den Standort für Globus attraktiv zu machen und zu halten".

Geklagt hatte die Investorengruppe gegen den Vogtlandkreis. Dieser hatte laut Gerichtssprecher Wagner auf Anweisung der Landesdirektion Chemnitz als übergeordnete Baubehörde zuvor den sogenannten Vorbescheid erlassen - die Klage und der Ortstermin am Mittwoch waren die Folge.

 

Improvisation gefragt

 

Dass das Urteil gleich vor Ort und nicht im Gerichtssaal fällt, ist laut Wagner nicht ungewöhnlich - in diesem Falle musste aber dennoch improvisiert werden. Der dafür vorgesehene Raum war belegt - mit einem Essig- und Ölseminar für die Globus-Mitarbeiter.

Das hielt die Delegation aus Chemnitz - drei Berufs- und zwei ehrenamtlich tätige Richter - aber nicht von einem Urteilsspruch ab. Und zwar im Raucherbereich des Globus-Restaurants, so Wagner. Über mangelnde öffentliche Aufmerksamkeit brauchte sich die "Juristenrunde" also nicht zu beklagen.

Zufrieden mit dem Urteil zeigte sich unterdessen die Landesdirektion Chemnitz. "Wir freuen uns, dass das Gericht unsere Auffassung bestätigt", so Pressesprecher Olaf Weiß. "Einzelhandelsgeschäfte in dieser Größenordnung gehören in die Innenstädte und nicht auf die ,Grüne Wiese?, so Weiß, der in diesem Zusammenhang auf die Nähe zur Stadt Plauen verwies. Globus selbst wollte sich zu dem Urteil nicht äußern. Unternehmens-Sprecherin Uta Lipinski betonte aber, dass das Unternehmen nur der Mieter und nicht Eigentümer der Flächen in Weischlitz ist. Zu eventuellen Zukunftsplänen könne daher nur die Investorengruppe Stellung nehmen.  M. W.