Gerangel um Textilinstitut aus Greiz

Reichenbach ist dabei, seine Hochschulausbildung zu verlieren. Ersatz muss her. Wie wäre es mit dem Textilforschungsinstitut, das in Greiz aus allen Nähten platzt? Allerdings hat auch Plauen Begehrlichkeiten. Doch das missfällt der BITex, Sachsens größter Bürgerinitiative.

Reichenbach - Die BITex, die Bürgerinitiative zum Erhalt der Hochschulausbildung in Reichenbach, hat nach eigenen Angaben 4000 Mitglieder und will wenigstens einen Ausgleich, wenn schon die Hochschulausbildung aus Reichenbach verschwindet: Seit 165 Jahren gibt es die Textilschule in der Neuberinstadt; heute als Teil der Westsächsischen Hochschule Zwickau; auch die in Reichenbach angebotene Architekturausbildung steht auf der Abschussliste der sächsischen Staatsregierung. Als Ausgleich könnten sich BITex und Stadt wohl die Ansiedlung des Textilinstituts Thüringen-Vogtland (TITV) vorstellen, das bei fehlenden Expansionsmöglichkeiten in Greiz repräsentative und großzügige Räumlichkeiten in Reichenbach vorfände - im Gebäude der im Bauhausstil errichteten Textilschule.

Allerdings: Eine Thüringer Grundsatzentscheidung über einen zweiten Institutsstandort fehlt bisher - im Gegensatz zu Meinungsäußerungen aus Plauen von OB Ralf Oberdorfer und Klaus-Peter Palme, dem Leiter des Berufsschulzentrums "e.o. plauen". Beide bringen Plauen als Institutsstandort ins Gespräch. Die BITex hält "Plauener Sonderinteressen" für unangebracht, "in einer Phase, in der es um die Zukunft des gesamten Vogtlandes geht", wie es in einer Pressemitteilung heißt. Ende des Monats soll es ein Gespräch geben zwischen Sachsens Finanzminister Georg Unland, Landrat Tassilo Lenk und Reichenbachs OB Dieter Kießling. ufa