Geniales Tanztheater für Nachtschwärmer

Auerbach - Erstmalig war inder Göltzschtalgalerie am Samstag ein Tanztheater zu Gast, bei den "Nachtschwärmereien" gab es Außergewöhnliches für Auge und Ohr. Zunächst wunderten sich die Galeriegäste über die räumliche Veränderung. Dort, wo sonst die Bühne steht, wurde das Publikum platziert.

Im Zuschauerraum war eine große Tanzfläche mit spartanischen Kulissen aufgebaut. Im ersten Teil der "Nachtschwärmereien" bestimmten zwei Künstler das Geschehen. Tänzerin Gabriele Bocek und Bassgitarrist Matthias Kramp forderten ihr Publikum fast eine Stunde lang zur äußersten Aufmerksamkeit. Sie machten dies mit einer genialen Tanzdarbietung, die von Wehmut, Liebe und Erinnerungen erzählte. Ohne ein Wort, nur mit der akustischen Untermalung der Gitarre, erzeugte die Tänzerin einen optischen Augenschmaus. "So etwas Tolles habe ich noch nie gesehen. Mein Respekt an die Künstler und ein Dank an der Göltzschtalgalerie fürs Organisieren", lobte Franz Hornung, ein begeisterter Zuschauer.

Das Duett für Tanz und Bassgitarre entstand aus der Idee, Tagebuchaufzeichnungen der Choreografin tänzerisch umzusetzen. "Ich habe in meiner Kindheit und Jugend viele schöne und auch miese Erfahrungen gemacht. Diese wollte ich mit meinen Tänzen optisch aufarbeiten", erklärte Multitalent Gabriele Bocek. Perfekt setzte sie sich in Szene, da stimmte einfach jede Bewegung, jeder Schritt und jede Geste. Am Ende verließ die Tänzerin erschöpft und buchstäblich erleichtert die Bühne.

Beste Gelegenheit zum Anfuttern gab es in der Pause. Mit Liebe zum Detail versorgte das Galerieteam die Nachtschwärmer gastronomisch und schaffte es gleichzeitig, den Saal umzubauen. Die Bühne stand im zweiten Set wieder dort wo sie hingehörte. Auf hier musizierten Olaf Stellmecke und Michael "Meikel" Müller. Mit poetischen Liedern wollten sie ihr Publikum in die Nacht schicken. So richtig sprang in diesem Teil der Funke aber nicht über. Wahrscheinlich lag es daran, dass Stellmecke und Co. nichts Neues auf Lager hatten. Schließlich gastierten die beiden schon oft im Göltzschtal, der Erinnerungseffekt lässt sich eben beim vogtländischen Publikum nicht so schnell ausschalten.  H.H.