Gemeinde Pöhl: Geldnot nach Wasserflut

Wie teuer kommt das Hochwasser die Gemeinde Pöhl? Der Gesamtschaden beläuft sich auf 438 000 Euro. Das wurde in der Ratssitzung deutlich, in der dieser Punkt kurzfristig auf die Tagesordnung kam.

Pöhl/Jocketa - In nahezu allen Ortsteilen sind erhebliche Schäden entstanden. Neben Rentzschmühle war Christgrün stark betroffen: Die Saustallstraße und deren Seitengräben waren verschlammt, Wasser drang in die Häuser. Die Ortsdurchfahrt wurde vollflächig geschädigt: Laut Gemeinde 100 000 Euro Schaden. Die Straße war erst nach dem Hochwasser 2012 saniert worden. Jetzt wird wieder ein grundhafter Ausbau nötig. In der Rentzschmühle hat es besonders den Rentzschmühlengraben, den Dorfplatz und das Bachbett getroffen. Aus- und Unterspülungen und die Gefahr des Einbrechens der Bachseitenwände werden mit einer Schadenshöhe von 89 000 Euro beziffert.

Die Überfahrt der Rentzschmühlenbrücke bleibt weiterhin gesperrt. Hier ist durch den Aufprall eines Baumes das Lager des Mittelpfeiler vermutlich beschädigt - das könnte 8000 Euro kosten. Die Überspülung des Bauwerkes könnte ebenfalls die Anschlüsse beschädigt haben. Eine genaue Beurteilung erst möglich nach der Brückenprüfung am 2. Juli. Teuer ist es auch am Überlauf des Dorfteiches in Jocketa geworden: Der Parkplatz zeigt vollflächig Ausspülungen: 60 000 Euro Schaden. Hinzu kommen die Beschädigung der Teichmauer und die Verschlammung - 15000 Euro Schaden. Im Ortsteil Ruppertsgrün war der Forellenbach aus seinem Bett getreten und hatte große Flächen überspült. Besonders schlimm traf es Grundstück und Haus von Frau M.. Das letzte Haus in Richtung Kleppergrund liegt hinter der Pumpstation - und viel tiefer. Durch das im Umbau befindliche Haus lief nicht nur das Bachwasser, auch Pumpstationswasser bahnte sich seinen Weg. Der Bachlauf ist zerstört, Stützmauern einsturzgefährdet.

Die Situation an der Straße Richtung Losa (Siedlung) ist besonders kritisch. Die Kreuzung in Höhe "Grünes Tal" war überflutet. Geröll versperrte die Durchfahrt. Im Mai 2012 war hier die gleiche Situation gewesen. Eine Schleusenbefahrung des ZWAV ergab, dass die Schleuse und der Regenwasserkanal eingebrochen sind: 54 000 Euro Schaden. Die von Bürgermeisterin Daniela Hommel Kreißl vorgelegte Liste umfasst 19 Schadensorte mit Kosten zwischen 1000 und 100 000 Euro. Die gesamten Hochwasserschäden in der Gemeinde Pöhl bezifferte sie auf 438 000 Euro. In der Auflistung fehlt der Wanderweg im Elstertal. Nach Begutachtung am 27. Juni durch den Bauhofleiter Ronald Melitzer wurde der Weg bis auf weiteres gesperrt.

Die Gemeinde half mit Auszahlung von 800 Euro an eine Familie aus der Rentzschmühle und jeweils 1500 Euro an den Zweckverband Talsperre Pöhl und das Landhotel Altjocketa. Diese Unternehmen und Privatpersonen wurden besonders stark geschädigt. Nach dem Bundestag und Bundesregierung den Hochwasserhilfefonds von 8 Milliarden Euro beschlossen haben, werden die Mittel entsprechend der Bevölkerungsstärke der Orte verteilt. Die Gemeinde Pöhl kann auf eine Soforthilfe von 94 500 Euro hoffen.