Gemalte Vergänglichkeit

Das aktuelle Thema von Maler Thomas Beurich ist die Vergänglichkeit. Der Plauener macht sich Gedanken über das Jetzt und Hier, über die Gewissheit, dass alles vorbeigeht und über die Frage, was bleibt. Und er malt diese Überlegungen.

Von Frank Blenz

Plauen - Da liegt er, der kahle Totenkopf mit tiefen Augenhöhlen und glatt polierter Stirn auf einem edlen Thron in einer gläsernen Halle des Empfangs oder des Abschieds. Ein schwarzer Kater blickt hinter dem Schädel, der nicht tot sondern überaus entscheidungsfreudig zu sein scheint. Einschusslöcher finden sich unterhalb der Zierleiste des Throns über dem Schädel - Ursache der Schädelwerdung? Die filigran und aufwändig gemalte Szenerie ist auf einem der neuen Werke von Thomas Beurich zu sehen. Die bilder des Plaueners schaut man sich mal nicht so im Vorbeigehen an. Man bleibt stehen, ein Mikrokosmos kommt einem in den Blick, das Gedankenkarussell dreht sich. "Ich beschäftige mich gerade mit der Frage was bleibt, wenn etwas vorbei ist", sagt der 59-Jährige über das Schädelbild, der nun ebenfalls in Altersgefilde kommt, die er, der einst junge, freche, charmante, lebenshungrige "Fanta" (der von Freunden verliehene Kosename) stets fern meinte und die er nun scheinbar unbemerkt erreicht hat. Thomas Beurich arbeitet derzeit viel, weil er viel zu verarbeiten hat. Sein Vater ist gestorben. "Ekkehard ist nicht mehr, es ist schwer, aber es ist nun mal so", seufzt er leise und irgendwie auch dankbar. Denn der alte Papa war ein Familienmensch und herzensgut im lebensfrohen Haus Beurich, in dem alle - Thomas, Bruder Michael, Mutter und die anderen ein Heim fanden, voller Herzlichkeit und Zugewandtheit. Dieses Haus, so Beurich, sei bis heute Unternehmensbasis, Werkstatt und Rückzugsort geblieben. Gerade bereitet Beurich in seiner Werkstatt zwei Projekte vor. "Ab Oktober stelle ich in Leipzig in der Gedenkstätte Museum "Runde Ecke" aus", sagt Beurich. Im nächsten Jahr folgt die Gruppenausstellung "W I D E R D A S B Ö S E !"(Wider das Böse). "Die wird im Landesmuseum Celle gezeigt. Darüber hinaus haben mehrere namhafte Museen Interesse an einer Übernahme des Ausstellungsprojektes angemeldet. Hamburg, München, Düsseldorf", erzählt der Maler. Interessant auch: Das Projekt wird organisiert vom Göttinger Verlag der Kunst, ein überaus gewichtiger Verlag in der deutschen und internationalen Kunstszene. "Der Verlag hat mich in sein Verlags- und Galerieprogramm aufgenommen. Das ist schon was", sagt der Plauener zufrieden lächelnd. Beurichs Suche nach Antworten, seine Art zu malen oder eine Ansicht überaus detailreich zum Anblick zu bringen, sind mehr und mehr gefragt - und seine progressive Ausrichtung gegen das Böse auch.