Geldanlage Müller-Wohnung

Immer mehr Plauener sehen die Wohnungen der Hausverwaltung Frank Müller als Kapitalanlage. Eine Tendenz, die Plauens größter privater Immobilien- Sanierer seit gut anderthalb Jahren spürt.

Plauen - Frank Müller ist verblüfft: "Das hätte ich früher für ausgeschlossen gehalten", sagt der Weischlitzer Unternehmer. Er stellt einen besonderen Trend fest, für den er keine richtige Erklärung habe. Plauener, die im Umfeld von einer Müller- Immobilie wohnen, sehen die Wohnungen immer mehr auch als eine Geldanlage und investieren in diese, beispielsweise über eine Finanzierung.

Die Angst vor einer Euro-Pleite oder das niedrige Zinsniveau derzeit könnten Gründe dafür sein, schätzt Müller ein. Eine ganze Häuserzeile saniert Frank Müller gegenwärtig an der Robert- Koch-Straße beim Treffer und gegenüber dem Helios Vogtland-Klinikum. Die unter Denkmalschutz stehenden drei Gebäude sollten eigentlich abgerissen werden. Seit Jahren standen sie leer und sorgten für ein unschönes Stadtbild. "Wir haben sie vom Abriss befreit", sagt Müller. Die Immobilie sei herausgekauft worden und habe einem Bauträger gehört.

Entstehen werden an der Robert- Koch-Straße insgesamt 27 neue Wohnungen - neun in jedem Gebäude. Auf besonderes Interesse dürften die Wohnungen in den oberen Etagen stoßen. Hier werde es attraktive Sanierungslösungen wie frei sichtbare Holzbalken oder Dachterrassen geben. Mit der Symbiose zum Krankenhaus ist sich Müller sicher, dass es in dem Viertel Bedarf an hochwertigem Wohnraum gibt. Im Juni werde das erste der drei Häuser einzugsfertig sein. Im Herbst folgen die zwei weiteren.

Seit 21 Jahren saniert Frank Müller in Plauen markante Gebäude, vornehmlich aus der Gründerzeit, die oft jahrelang leer standen und eine ungewisse Zukunft hatten. Auf eine Zahl von knapp 1000 Wohnungen hat es der Weischlitzer in dieser Zeit gebracht. Und die Müller?sche Sanierungsoffensive geht weiter. Größtes Vorhaben derzeit ist die Instandsetzung des ehemaligen Sachsendrucks an der Bergstraße im Stadtzentrum. Noch im April werden die Arbeiten des ersten Bauabschnitts Fahrt aufnehmen. Und auch hier zeigt sich der gleiche Trend. Von den rund 750 Quadratmetern Wohnfläche seien die Hälfte an Leute aus der Umgebung bereits verkauft worden, so Müller.

Erste Sicherungen an dem Gebäude gab es übrigens im Dezember. Seitdem ist auch die Straße wieder halbseitig befahrbar. Auf Grund von herabstürzenden Gebäudeteilen war die Bergstraße entlang der Immobilie monatelang gesperrt. Der zweite Bauabschnitt werde Ende des Jahres beginnen.